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Trump kündigt grosse Diesellieferungen aus Russland an

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Trump kündigt grosse Diesellieferungen aus Russland an

9. Oktober 2026, 21:48 Uhr
Zittern vor den Zwischenwahlen in den USA, den Midterms im November: Donald Trump muss wegen mieser Umfragewerte den Verlust der republikanischen Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat fürchten. Niedrigere Spritpreise könnten die Wähler allerdings milder stimmen. (Archivbild)
© KEYSTONE/AP/Eric Gay
US-Präsident Donald Trump hat nach einem Gespräch mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin hunderttausende Tonnen an Diesel aus Russland in Aussicht gestellt. Wegen der Sanktionen gegen Russland stellt das Finanzministerium dafür eine temporäre Erlaubnis aus.

Er habe mit dem russischen Präsidenten vereinbart, dass «umgehend» mehr als 300'000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung gestellt würden, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit.

Im Laufe des Novembers solle eine weitere halbe Million Tonnen Diesel freigegeben werden sowie eine Million Tonnen «sofort danach». «Abhängig vom Zustand seiner Dieselraffinerien» wolle Russland zudem innerhalb kurzer Zeit drei Millionen Tonnen Diesel liefern. Trump präzisierte zunächst nicht die Zeiträume.

Wegen der temporären Erlaubnis des US-Finanzministeriums seien der Verkauf, die Lieferung, das Entladen und der Import von Diesel aus Russland bis zum 7. April 2027 genehmigt.

Im vergangenen Jahr lag die monatliche Dieselproduktion Russlands bei etwa sieben Millionen Tonnen. Die Kapazitäten haben sich seither ungefähr halbiert.

Die Ankündigung sorgt auch deshalb für Aufruhr, weil Trump erst im vergangenen Monat ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz unterzeichnet hatte, das ihm weitreichende Befugnisse für neue Sanktionen gegen Russland in die Hand gibt. Die Absicht des Parlaments dabei war, Putin in seinem Krieg gegen die Ukraine stärker unter Druck zu setzen. Der nun von Trump verkündete Schritt geht in die gegenteilige Richtung.

Angst vor den Zwischenwahlen

Trump steht im eigenen Land angesichts gestiegener Spritpreise vor den wichtigen Zwischenwahlen - den Midterms - in weniger als einem Monat unter Druck. Auch Republikaner machten zuletzt den US-amerikanisch-israelischen Angriffskrieg gegen den Iran in ungewöhnlicher Deutlichkeit für die hohen Preise verantwortlich gemacht.

Trump wiederum machte in den vergangenen Wochen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich und rief ihn auf, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen.

Vor allem zu Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine vor mehr als viereinhalb Jahren trieb der Konflikt die Energiepreise weltweit deutlich in die Höhe. In den vergangenen Monaten verstärkte die Ukraine ihre Angriffe auf Objekte der Ölindustrie in Russland. Die Folgen sind dort deutlich spürbar.

Quelle: sda
veröffentlicht: 9. Oktober 2026 21:48
aktualisiert: 9. Oktober 2026 21:48