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Wirbel um Gehalt von Pariser Olympia-Organisationschef

6. Februar 2024, 14:25 Uhr
Tony Estanguet, Chef des Organisationskomitees der Sommerspiele in Paris, muss sich wegen seines Gehalts rechtfertigen
© KEYSTONE/EPA/TERESA SUAREZ
In Frankreich gibt es erneut öffentlichen Wirbel um das Gehalt des Chefs des Organisationskomitees der Olympischen Spiele in Paris.

Das OK äusserte sich überrascht über Berichte zu Vorermittlungen der Finanzstaatsanwaltschaft zu den Einkünften von Tony Estanguet. Bereits 2018 sei dessen Jahresgehalt von 270'000 Euro öffentlich mitgeteilt worden; die Modalitäten der Gehaltszahlung unterlägen einer Kontrolle.

Die Zeitung «Le Canard enchaîné» hatte schon im November berichtet, dass Estanguet beim OK nicht als Angestellter geführt werde, sondern er eine eigene Firma gegründet habe, die dem Komitee ihre Leistungen in Rechnung stelle. Der Grund dafür sei, dass Estanguet als Leiter einer gemeinnützigen Organisation nach dem Gesetz monatlich maximal 10'300 Euro verdienen dürfe. Dieses Umschiffen der Regeln erklärte die französische Antikorruptionsbehörde AFA bereits 2021 für «problematisch», zitierte der «Canard» aus einem vertraulichen Bericht der Behörde.

Wie das OK weiter mitteilt, unterliegt auch die Höhe der Rechnungen von Estanguet einer jährlichen Überprüfung, die aus Transparenz-Gründen vorgenommen wird. Es widersprach der Auffassung, dass Estanguet einer Gehaltsdeckelung für Leitungskräfte von gemeinnützigen Organisationen unterliege. Zwar habe das Komitee den Status einer gemeinnützigen Organisation, es finanziere sich aber zu 96 Prozent aus kommerziellen Aktivitäten und werde auch steuerlich so behandelt. Die Finanzbehörden hätten dem Komitee den kommerziellen Charakter seiner Tätigkeit bescheinigt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 6. Februar 2024 14:25
aktualisiert: 6. Februar 2024 14:25