Van der Poel und Pogacar sorgen nochmals für Spektakel
Tadej Pogacar, der ebenfalls den Etappensieg suchte und Van der Poel bei der Flucht half, wurde 300 m vor dem Ziel gestellt. Der Slowene gewann die Tour de France zum fünften Mal und schliesst somit zu den Rekordsiegern Eddy Merckx, Jacques Anquetil, Bernard Hinault und Miguel Indurain auf.
«Es war ein grossartiger Tag. Ich bin sprachlos. Ich bin froh, dass es vorbei ist, dass ich zum fünften Mal gewonnen habe», sagte Pogacar im offiziellen Sieger-Interview. «Es ist jeder Sieg besonders. Siebenmal die Tour gefahren, siebenmal Podium. So kannst du eigentlich kein Drehbuch schreiben, es ist unglaublich», ergänzte der Slowene, für den der Tag gemächlich begonnen hatte. Bei seiner Tour d'Honneur winkte er noch stolz ins Publikum, ehe er wieder in den Angriffsmodus schaltete.
Erfolgreiches Abschneiden der Schweizer
Die Tour de France endete auch Schweizer Sicht erfolgreich. Yannis Voisard aus dem Schweizer Team Tudor schloss das Rennen bei der Premiere an seinem 28. Geburtstag im 11. Rang ab. Der Jurassier hielt in den Bergen mit der zweiten Garde der Kletterer mit. Auch Mauro Schmid überzeugte. Als Puncheur feierte er einen Tagessieg und wurde zweimal Zweiter.
Der Circuit, der seit den Olympischen Spielen 2024 gefahren wird, wurde heuer leicht zum Vorteil der Sprinter modifiziert. Vom «Bergpreis» bis ins Ziel waren es noch zehn Kilometer. Und genau diese Modifikation bot einen Krimi. In der zweitletzten Runde hatten sich Van der Poel und Pogacar abgesetzt. In der Fläche kamen Remco Evenepoel und Mads Pedersen hinzu. Der aktuelle und die drei ehemaligen Weltmeister harmonisierten gut. Doch ein grösseres Verfolgerfeld kam nochmals heran.
In der letzten Runde kamen nur noch Van der Poel und Pogacar im Anstieg weg. Und die knapp zehn Sekunden sollten tatsächlich reichen. Die beiden harmonierten und gingen an ihre Grenzen. Die Verfolger sahen erst auf dem letzten Kilometer die Chance, doch noch aufzuschliessen. Aber 300 m vor dem Ziel gab Van der Poel nochmals Vollgas, während Pogacar die Beine hängen lassen musste. Van der Poel rettete sich mit dem Kraftakt über die Linie.
Weiser Entscheid der Jury
Zur spektakulären Etappe hat auch ein Entscheid der Jury beigetragen. Die Zeit fürs Gesamtklassement wurde 48 km vor dem Ziel gestoppt. Somit konnten auch Pogacar oder der Olympiasieger Remco Evenepoel auf dem Kopfstein-Pflaster-Circuit im Montmartre-Quartier voll angreifen und mussten das Risiko nicht wegen der Overall-Wertung dosieren.