Tyson schlägt beim White-Turf-Auftakt im Sprint zu
9500 Zuschauer verbrachten bei schönstem Wetter kurzweilige Stunden auf dem St. Moritzersee und setzten an den Wettschaltern über 95'000 Franken ein. Temperaturen im zweistelligen Minusbereich hatten geholfen, die Piste aus Eis und Schnee in gutem Zustand zu präsentieren. Dies wurde auch an der Rennleitungssitzung ausdrücklich gelobt. Die einzige Änderung betraf die Linienführung im Schlussbogen - dort wurde aus Sicherheitsgründen weiter innen als geplant galoppiert und getrabt.
Tyson kämpft sich zum Sieg
Das mit 25'000 Franken dotierte Hauptereignis, der Sprint über 1150 Meter, entwickelte sich zu einem Dreikampf zwischen den Siegern des letzten Jahres und dem Schweizer Neuling Tyson, der dem ungarischen Gast Surprise of Easter auf den letzten Metern den Sieg noch wegschnappte. Rogue Spirit folgte als Dritter. Der Aargauer Pablo Werder, der Schweizer Rennreiter-Champion, hatte den von Karin Suter-Weber für den Stall Bärtschi trainierten Tyson zum Erfolg geritten.
Pech hatte die gleiche Entourage im zweiten Flachrennen mit Top Max, der in der Gegenseite zu Fall kam und trotz der Bemühungen der Tierärzte nicht zu retten war. Die Untersuchungen zur Ursache dieses tragischen Zwischenfalls laufen u.a. in Zusammenarbeit mit dem Tierspital Zürich auf Hochtouren. Aufgrund der Unsicherheit, ob der Zustand der weicher gewordenen Bahn allenfalls einen Einfluss gehabt hatte, wurde das letzte Flachrennen nicht gelaufen. «Sicherheit geht immer vor», erklärte Thomas Walther, der Präsident des Vorstandes des Rennvereins St. Moritz.
Das letzte Rennen des Tages war somit ein Trabrennen. Das letzte Rennen des Tages war somit das zweite Trabrennen, da diese Disziplin aufgrund der geringeren Geschwindigkeit als sicherer gilt.
Saadi bleibt auf Schnee ungeschlagen
Die Hauptprobe für den Grossen Preis von St. Moritz vom 22. Februar 2026 gestaltete der Vorjahressieger Saadi zu einer wahren Machtdemonstration. Sein Jockey Clément Lheureux servierte dem Schimmel aus dem Quartier von Andreas Schärer in Dielsdorf den Rennverlauf, der ihm bei zuvor 20 Starts in der Schweiz sechs Siege eingebracht hatte.
Von der Spitze aus marschierte der Vertreter des Besitzerchampion-Ehepaares Anton und Verena Kräuliger immer weiter, liess seinen Gegnern nie eine Siegchance. Rang zwei ging an den erstmals in der Schweiz laufenden Spinello vor Queroyal, einem Stall- und Trainingsgefährten von Saadi. Ein starkes Zeichen im Hinblick auf das 100’000-Franken-Hauptereignis in zwei Wochen.
Valeria Selina Walther Siegerin im Skijöring
Vor dem Skikjöring, dem «UBS - GP von Celerina», war die Ausgangslage vermeintlich klar: Alle gegen den Klassegalopper Alpenjäger mit Valeria Schiergen, der Gesamtsiegerin der letzten beiden Jahre. Doch der Favorit spielte seine Rolle nicht einmal bis Rennhälfte passabel und kam schliesslich als Letzter ins Ziel.
Zum Sieg fuhr Valeria Selina Walther, die 2023 den Titel «Königin des Engadins» erobert hatte, mit Almacado Gree. Der von Carina Fey nordöstlich von Paris trainierte Elfjährige zeigte an der für ihn neuen Disziplin offensichtlich Freude und liess auch seinen letzten Gegner Hasta La Vista abblitzen.
Fünf Längen betrug der Vorsprung des erst Mitte Dezember vom Stall Allegra Racing Club in Frankreich erworbenen Wallachs im Ziel. Für Valeria Selina Walther bedeutete dies den ersten Sieg im Skikjöring, nachdem sie ihre letzten vier Rennen stets als Zweite beendet hatte.
Loris Ferro doppelter Trab-Sieger
Im wichtigsten Trabrennen galt der bei acht Schneestarts sieben Mal siegreiche Fourteenth of July mit Marisa Bock als klarer Favorit. Der Elfjährige führte denn auch vom Start weg bis weite in die Zielgerade. Doch dann brachte Loris Ferro den Schneeneuling Harper Seabrook auf Touren, der sehenswert beschleunigte und noch um vier Pferdelängen davonzog. Gamichel Ludois schnappte dem Favoriten mit gutem Endspurt schliesslich noch den Ehrenplatz weg.
Im zweiten Trabrennen war der Rennverlauf ähnlich. Wieder führte Marisa Bock, diesmal mit Icelander. Loris Ferro lauerte an zweiter Stelle mit High Noon. Der Italiener, der für den Stall Allegra Racing Club in der Nähe von Fontainebleau rund 20 Pferde trainiert, gab mit High Noon nie auf. Auf den letzten Metern erkämpfte sich Zehnjährige seinen 16. Karriere-Sieg - gleichbedeutend mit dem dritten Tagestreffer für den Stall Allegra Racing Club, der erfolgreichsten Schweizer Besitzergemeinschaft mit Bündner Wurzeln.