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Thun gegen kroatischen Leader, Lugano im Coliseum

Conference League

Thun gegen kroatischen Leader, Lugano im Coliseum

22. Oktober 2026, 05:15 Uhr
Sorgenfalten bei Thun-Trainer Gian-Luca Privitelli
© KEYSTONE/PETER SCHNEIDER
Für ein Schweizer Team sind Europacup-Punkte gegen einen kroatischen Gegner meist wahrscheinlicher als gegen einen spanischen. Bei Thun und Lugano ist es in dieser Woche eher umgekehrt.

Es habe Nerven ohne Ende gekostet, sagte ein sichtlich mitgenommener Gian-Luca Privitelli nach dem Penaltydrama vom vergangenen Sonntag. Gegen den drittklassigen FC Schaffhausen stand der Schweizer Meister Thun mehrmals vor dem Aus, zog nach je zehn Penaltyschützen aber doch noch in die nächste Runde ein. Der Trainer erklärte den mühevollen Auftritt gegenüber SRF auch mit dem intensiven Programm: «Wir reisten nach Zürich, dann in die Niederlande und nun nach Schaffhausen.» Und das alles innert acht Tagen.

Entsprechend froh ist man im Berner Oberland, dass nun zwei Heimspiele anstehen. Die Aufgaben sind jedoch umso schwieriger: Zuerst empfängt Thun den kroatischen Tabellenführer, danach den Leader der heimischen Super League.

Hajduk im Hoch

Der Gegner vom Donnerstag, Hajduk Split, ist ein Klub, der in den vergangenen Jahren konstant an der Spitze der heimischen Meisterschaft mitmischte, sich aber nach einem Meistertitel sehnt. Den letzten holte der Verein aus dem Süden des Landes vor 21 Jahren.

Mit dem damals sechsten Titel in der 1992 gegründeten Hrvatska nogometna liga (HNL) sah sich Hajduk auf Augenhöhe mit Dinamo Zagreb, das bis 2005 siebenmal Meister geworden war. Seither ist der Verein aus der Hauptstadt jedoch enteilt: Dinamo gewann 19 weitere Meistertitel, während Hajduk leer ausging.

Umso grösser war der Jubel, als die Mannschaft des spanischen Trainers Gonzalo Garcia vor eineinhalb Wochen den grossen Rivalen 2:1 bezwang und die Tabellenführung übernahm. In der allgemeinen Euphorie legte Hajduk in der Conference League mit einem 2:1-Prestigeerfolg gegen Ajax Amsterdam nach.

Kurz: Dass Hajduk Split im fünften der sechs Lostöpfe gezogen wurde, ist kein verlässlicher Anhaltspunkt für die tatsächliche Stärke des Teams. Den Thunern steht nach der 0:1-Niederlage zum Auftakt gegen Twente Enschede der nächste harte Brocken bevor.

Getafe auf Formsuche

Anders sind die Vorzeichen bei Lugano: Die Tessiner, die wettbewerbsübergreifend in ihren bisherigen 19 Pflichtspielen dieser Saison ungeschlagen geblieben sind, treffen auswärts auf einen Gegner, der nach seiner Form sucht. Der Madrider Vorortklub Getafe hat nach neun Runden in der heimischen Liga erst neun Punkte auf dem Konto. Auch der Auftakt in die Conference League fiel mit dem 1:1 gegen das rumänische Team Craiova enttäuschend aus.

Der Lichtblick: Im heimischen Coliseum, das gut 16'000 Fans Platz bietet, ist Getafe in dieser Saison noch ungeschlagen. Lugano trifft auf einen eher defensiv eingestellten Gegner, der in neun Ligaspielen erst fünf Tore erzielt hat.

Am Sonntag stehen sich die beiden einzigen Schweizer Europacup-Vertreter dann direkt gegenüber. Thun muss dabei hoffen, dass auch Lugano mal Reisestrapazen verspürt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 22. Oktober 2026 05:15
aktualisiert: 22. Oktober 2026 05:15