Théo Gmür als Schweizer Medaillengarant der letzten Jahre
Théo Gmür ist das Gesicht zu den Schweizer Erfolgen an den vergangenen Paralympischen Winterspielen. Zum dritten Mal ist er selektioniert, 2018 dankte er es mit drei Goldmedaillen (in Abfahrt, Super-G und Riesenslalom), 2022 sicherte er sich Abfahrtsbronze. Das macht ihn zum einzigen Schweizer Medaillengewinner an den letzten beiden Paralympics.
Teil des Favoritenkreises
«Es ist schön, die Winterspiele wieder einmal in den Alpen zu haben. Und Cortina ist eine legendäre Skipiste», sagt Gmür. Mehr Druck macht sich der Walliser wegen seiner vergangenen Erfolge aber nicht. «Es sind neue Spiele, alles steht wieder auf Null. Ich kann mich nicht auf meinen Lorbeeren ausruhen, nur weil ich drei Goldmedaillen daheim habe», so Gmür.
Trotz dieser bodenständigen Einstellung gehört der 29-Jährige auch an diesen Paralympics zum Favoritenkreis - zumindest zum erweiterten. Denn hinter ihm liegt eine durchzogene Saison. Der letzte Podestplatz liegt etwas mehr als ein Jahr zurück, in dieser Saison sind seine besten Ergebnisse drei vierte Plätze.
Vor rund einem Monat wurde Gmür dann noch durch eine Knieverletzung zurückgebunden. Zum Glück für Gmür ist er sich das schon gewohnt. «2018 und 2022 hatte ich auch schon mit Knieverletzungen vor den Spielen zu kämpfen», erinnert er sich, «ich weiss also, wie es ist, so an Spiele zu reisen.» Jetzt müsse er sich einfach fokussieren und auf der Piste Gas geben.
Die Abfahrt als erste Medaillenchance
Ein konkretes Ziel in Form einer Rangierung nennt Gmür nicht. Er beschränkt sich lieber auf die diplomatische Aussage: «Ich muss mit Spass fahren, dann kann ich vielleicht etwas Gutes erreichen.» Es ist eine Zielsetzung, die zu Gmür passt. Einem Athleten, der ruhig und überlegt spricht, seinen jüngeren Teamkollegen mit Tipps und Tricks unterstützend zur Seite steht.
«Ich bin froh, dass ich nicht mehr der junge, sondern der erfahrene Théo bin. Ich bin ruhiger geworden, habe viel Erfahrung», so Gmür. Doch - so wie es der junge Théo vor acht Jahren war - ist auch der erfahrene Théo voller Vorfreude für die startenden Spiele. Die Abfahrt am Samstag ist nebst Biathlon wie vor vier Jahren der erste Event, an dem ein Medaillenset vergeben wird.
«Eine riesige Ehre»
Vor diesem ersten sportlichen Highlight steht für Gmür aber noch ein anderer Höhepunkt an: Er wurde als Schweizer Fahnenträger ausgewählt. «Es ist eine riesige Ehre für mich, die Fahne der Schweiz zu tragen», sagt er. Es sei weit mehr als nur eine sportliche Auszeichnung, sondern bedeute auch, jene Menschen sichtbar zu machen, welche die Athleten auf ihren Wegen unterstützen. «Hinter dieser Flagge stehen harte Arbeit, Durchhaltevermögen und unzählige Trainingsstunden.» Zudem stehe sie für Zusammenhalt, Respekt und die Kraft des Sports, Menschen zu verbinden.
In Anwesenheit der Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider, die für die Eröffnungsfeier am Freitag anreist, wird Gmür diese Ehre nun also zuteil. Einen halben Tag später kämpft er, ebenfalls vor den Augen der Bundesrätin, in der Abfahrt um die erste Medaille. Neben ihm treten vier weitere Schweizer in der Königsdisziplin an, allen voran Robin Cuche, der als Disziplinensieger zu den Anwärtern auf Gold gehört. Auch Pascal Christen, Christophe Damas und Emerick Sierro stellen sich der Piste in Cortina d'Ampezzo.