Snowboardcross-Team geniesst Olympia-Vibe - und hofft auf Exploit
Kalle Koblet geht als Zehnter im Gesamtweltcup in die Winterspiele, Sina Siegenthaler als Neunte. Beide sind olympiaerprobt, und beide haben schon bewiesen, dass sie aufs Podest fahren können. Der 28-jährige Winterthurer Koblet steht bei fünf Podestplätzen im Weltcup, die drei Jahre jüngere Emmentalerin Siegenthaler bei vier. Beide haben auch schon ein Weltcuprennen gewonnen.
«Ich bin parat. Ich bin sehr fit, hatte eine gute Vorbereitung und gute Camps», sagt Siegenthaler vor dem wichtigsten Wettkampf der letzten Jahre. Auch Kalle Koblet sieht sich gerüstet. «Realistisch ist eine Klassierung zwischen Platz sechs und zwölf. Doch wenn es mir gelingt, das Maximum abzurufen, kann alles passieren», sagt er.
Eine klare Hierarchie gibt es an der Spitze des Snowboardcross aktuell nicht. Weder bei den Frauen noch bei den Männern gewann in dieser Saison bislang jemand mehr als ein Rennen im Weltcup. Träumen ist also erlaubt, zumal die relativ langsame Olympiastrecke allen Teilnehmern erst spärlich bekannt ist. Das macht die Angelegenheit noch unberechenbarer.
So oder so geniessen Siegenthaler und Koblet die Spiele in Norditalien. Für Koblet ist es zwar schon die dritte Olympia-Teilnahme und für Siegenthaler die zweite. Den speziellen Vibe des Freestyle-Clusters in Livigno und die willkommenen Abstecher zu den Wettkämpfen und Training von Schweizer Athleten in anderen Disziplinen erleben beide aber zum ersten Mal. «Das ist also Olympia», sagt Koblet. «Mega cool» sei es, «kein Vergleich zu Peking, wo ich keinen Olympia-Vibe mitbekommen habe», meint Siegenthaler.