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Pogacar eine Klasse für sich - Solo-Fahrt zu Gelb

Tour de Suisse

Pogacar eine Klasse für sich - Solo-Fahrt zu Gelb

17. Juni 2026, 17:59 Uhr
Tadej Pogacar triumphiert in Sondrio solo - mit mehr als zwei Minuten Vorsprung auf den ersten Verfolger
© KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER
Tadej Pogacar zeigt bei der Tour de Suisse gleich zum Auftakt allen den Meister. Der Slowene gewinnt die 1. Etappe im italienischen Sondrio nach einem 70-km-Solo mit über zwei Minuten Vorsprung.

Der Doppel-Weltmeister und vierfache Tour-de-France-Sieger Pogacar befand sich bei seiner ersten Teilnahme an der Schweizer Landesrundfahrt früh alleine auf weiter Flur. Dass es ein «wirklich harter Tag» wurde, lag vor allem an ihm selbst und seinen Teamkollegen, die schon beim ersten Anstieg des Tages Tempo bolzten.

Pogacar wollte sich bei einem Zwischensprint die Bonussekunden sichern. «Danach schauten wir uns an und entschlossen, etwas zu versuchen», sagte der Slowene im TV-Interview. Mit Brandon McNulty zog er in der folgenden Steigung gleich durch. Hinter ihm zerfiel das Feld - nach kaum der Hälfte der 144 km langen Etappe - in ganz viele kleine Gruppen.

Vorentscheidung im Kampf um Gesamtsieg

Keine zwei Kilometer nach der Tempo-Erhöhung war Pogacar allerdings bereits gänzlich ohne Begleiter. «Ich hatte in dieser Phase keinen Funk, deshalb fuhr ich einfach weiter. Als ich dann hörte, wie gross der Vorsprung ist, konnte ich meinen Rhythmus finden und durchziehen. Aber so wie es lief, war es definitiv nicht nach Plan.»

In der Folge lautete die Frage nicht mehr, ob er den Tagessieg und das Maillot jaune holen würde, sondern nur noch, mit wie viel Vorsprung der 27-jährige Slowene die Auftakt-Etappe beenden wird. Dieser betrug im Ziel 2:14 Minuten, wobei deutlich zu sehen war, dass Pogacar in der letzten halben Stunde nicht mehr am Limit fuhr.

Wenige Sekunden hinter dem zweitklassierten Ecuadorianer Carapaz wurde der Italiener Andrea Bagioli Dritter - doch der Kampf um den Gesamtsieg scheint bereits am ersten von fünf Tagen entschieden. Alle anderen Fahrer büssten bereits mehr als vier Minuten auf Überflieger Pogacar ein. Bester Schweizer war Marc Hirschi als 24. mit rund fünfeinhalb Minuten Rückstand.

Gleich die nächste Show von Pogacar?

Die 2. Etappe mit Start und Ziel in Locarno führt über 157,7 km und ist auf dem Papier etwas weniger schwer als das erste Teilstück in Sondrio. Die Entscheidung am Donnerstag wird wohl auf den letzten 20 km in den zwei sehr kurzen, aber steilen Anstiegen fallen. Einen Favoriten kann es nach seiner Solo-Show zum Tour-Auftakt nur einen geben: Tadej Pogacar. Vielleicht entschliesst sich der Slowene aber auch, einen seiner starken Teamkollegen zu lancieren.

Quelle: sda
veröffentlicht: 17. Juni 2026 17:59
aktualisiert: 17. Juni 2026 17:59