Ski alpin

Odermatt gewinnt den Nacht-Riesenslalom von Schladming

23. Januar 2024, 22:23 Uhr
Marco Odermatt jubelt nach dem zweiten Lauf in Schladming
© KEYSTONE/EPA/CHRISTIAN BRUNA
Marco Odermatt erstaunt beim Nacht-Riesenslalom in Schladming alle. Trotz grossem Rückstand, den er sich im ersten Lauf einhandelte, fährt er zum achten Sieg in Serie.

Als Marco Odermatt mit gut acht Zehntelsekunden Vorsprung auf den Andorraner Joan Verdu ins Ziel fährt, bleibt der grosse Jubel aus. Beim anschliessenden TV-Interview bezweifelt er, dass ihn die Fahrt aufs Podest führen wird - geschweige denn zum Sieg.

Die Hypothek, die sich der Nidwaldner im ersten Lauf eingehandelt hat, schätzt er zu gross ein. In diesem konnte er nach einem Fehler den ersten Ausfall in einem Riesenslalom seit über fünf Jahren noch knapp verhindern, lag aber 98 Hundertstel hinter dem Führenden, dem Österreicher Manuel Feller.

Dennoch jubelte am Schluss einmal mehr der Schweizer Dominator. Dank Bestzeit im zweiten Lauf machte er einen Sprung vom 11. auf den 1. Platz. Der zweitplatzierte Feller verpasste seinen erstmaligen Riesenslalom-Sieg um fünf Hundertstel. Derweil feierte Odermatt seinen fünften Sieg im fünften Riesenslalom dieses Winters, und saisonübergreifend seinen achten Triumph in Serie.

«Wollte nicht Kopf und Kragen riskieren»

Dies, obwohl der 26-Jährige ein strenges Programm hinter sich hatte. Nach Wengen, wo er in drei Tagen drei Speed-Rennen absolvierte, folgten am vergangenen Freitag sowie am Samstag die intensiven Abfahrten in Kitzbühel. Mit so vielen Kilometern in den Beinen, hätte es nicht überrascht, wenn seine Batterien nach nur zwei Tagen Pause noch nicht ganz aufgeladen gewesen wären.

Hinzu kam, dass Odermatt den Hang in Schladming noch nicht kannte. Beim ersten Riesenslalom vor einem Jahr hatte er aufgrund einer Verletzung gefehlt. Beide Faktoren vermochten ihn nicht aufzuhalten.

«Das zeigt, dass man nie aufgeben darf», sagte Odermatt im TV-Interview nach dem Rennen, und wies gleichzeitig darauf hin, dass das Hundertstel-Glück auf seiner Seite gewesen sei. «Der erste Lauf war bis auf den Fehler in Ordnung. Deshalb wollte ich im zweiten Lauf nicht Kopf und Kragen riskieren, sondern einfach schön auf der Linie fahren. Der Plan ist aufgegangen.»

Meillard verpasst den Exploit

Das Podest wurde vom Slowenen Zan Kranjec komplettiert. Vorjahressieger Loïc Meillard, der nach dem ersten Lauf im 2. Rang klassiert war, fiel auf Platz 5 zurück. Ihm fehlten 27 Hundertstel auf Kranjec. «Schade, dass es nicht mit dem Podest geklappt hat», sagte Meillard, der dieser Saison weiter auf den ersten Sprung in die Top 3 wartet. Es seien kleine Dinge gewesen, die dafür gefehlt hätten. «Ich konnte die Kurven nicht wie gewünscht ziehen und musste einige Schläge einstecken.»

Von den weiteren Schweizern hatten es nur Thomas Tumler und Sandro Zurbrügg in den zweiten Lauf geschafft. Als Siebzehnter holte sich Tumler im fünften Rennen zum fünften Mal Weltcup-Punkte, während der 21-jährige Zurbrügg erst zum zweiten Mal in seiner noch jungen Karriere die Top 30 erreichte. Nach dem 17. Platz beim Auftakt in Val d'Isère landete der Berner Oberländer in Schladming auf dem 24. Rang.

Quelle: sda
veröffentlicht: 23. Januar 2024 18:42
aktualisiert: 23. Januar 2024 22:23