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Nadine Riesen sucht in England den aggressiveren Fussball

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Nadine Riesen sucht in England den aggressiveren Fussball

9. Oktober 2026, 05:00 Uhr
Verteidigerin Nadine Riesen (links) will sich in England weiterentwickeln
© KEYSTONE/EPA/CLAUDIO THOMA
Nadine Riesen gehört zum festen Bestandteil des Schweizer Nationalteams. Im Sommer hat sie zu West Ham gewechselt, wo sie einen weiteren Schritt machen möchte.

Spätestens seit dem Sommer 2025 kennt die Fussballschweiz Nadine Riesen. Die Ostschweizerin begeisterte am Turnier mit ihrer kämpferischen Art, mit ihrem Herzblut, als Sympathieträgerin.

Es passte, dass ausgerechnet Riesen, die als rechte oder linke Aussenverteidigerin spielt, das erste Schweizer Tor an der EM erzielte. Kaum eine rannte so unermüdlich auf und ab wie Riesen, jubelte so herzlich mit all ihren Teamkolleginnen. Es sind die Szenen, die vom Eröffnungsspiel in Erinnerung blieben. Dass die Partie mit 1:2 verloren ging? Nebensache.

Kaum in England schon Stammspielerin

Etwas mehr als ein Jahr später ist bei Riesen viel passiert. Vom Bundesliga-Verein Eintracht Frankfurt wechselte sie in die englische Women's Super League. In London steht sie seit diesem Sommer bei West Ham United unter Vertrag, etablierte sich innert kürzester Zeit als Stammspielerin.

«Es macht mega Spass. London ist eine coole Stadt und auch bei West Ham gefällt es mir sehr gut bis jetzt», sagt Riesen strahlend, betont aber auch, dass es leistungsmässig besser laufen könnte. Aus fünf Spielen resultierten ein Sieg und vier Niederlagen - aktuell liegt das Team auf dem 11. Platz der höchsten englischen Liga, in der 14 Equipen spielen.

Intensiver und aggressiver

«Bei Frankfurt waren wir jeweils das dominantere Team, hier ist das etwas anders. Wir müssen es einfach noch schaffen, das gewisse Etwas auf den Platz zu bringen.» Ganz grundsätzlich tue es ihr aber gut, dass der Fussball in England schneller, intensiver und aggressiver ist. «So habe ich es mir erhofft. Ich hoffe, mich hier nochmals weiterentwickeln zu können.»

Dabei helfen auch die besseren Strukturen, auf die Riesen bei West Ham zählen kann. Es gibt grosse Fitnessräume, Frühstück und Mittagessen, jeden Tag Analysen. «Wir haben allgemein mehr Staff, sodass man auch separat noch weiter trainieren oder etwas analysieren kann.»

Dieser fussballerische Aspekt hatte für Riesen beim Wechsel Priorität. Dass der Verein explizit den Frauenfussball pusht und sich familiär anfühlt, sei ebenfalls in den Entscheid zum Wechsel eingeflossen.

Das Tüpfli auf dem i

«Ich finde die Geschichte hinter einem Verein immer sehr schön. Das verkörpere ich dann gerne», sagt Riesen. Und: Dass mit Leila Wandeler und Seraina Piubel zwei weitere Schweizerinnen bei West Ham unter Vertrag stehen, sei das Tüpfli auf dem i.

Piubel schlägt in dieselbe Kerbe wie Riesen. Sie, die seit 2024 bei West Ham unter Vertrag steht, sagt: «Ich finde es super, können wir die Schweiz in England und bei West Ham repräsentieren.» Das Trio habe es untereinander «mega gut», das merke auch die Trainerin. «Daher sind wir froh, können wir da mitmischen.»

Mitmischen werden die drei wohl auch am Freitag - vor allem Riesen. In den acht Länderspielen unter Trainer Rafel Navarro stand sie in jeder Partie auf dem Platz - sechsmal in der Startelf, viermal über 90 Minuten, zweimal als Einwechselspielerin. Es bleibt abzuwarten, wie sie gegen Israel eingesetzt wird. Doch es ist mehr als unwahrscheinlich, dass Navarro in der 1. Playoff-Runde der WM-Qualifikation gänzlich auf sie verzichten wird.

Quelle: sda
veröffentlicht: 9. Oktober 2026 05:00
aktualisiert: 9. Oktober 2026 05:00