Muchova entzaubert Comeback-Queen Gauff
Die Weltranglisten-Neunte Karolina Muchova setzte sich nach 2:38 Stunden mit den knappestmöglichen Resultat, im Match-Tiebreak des Entscheidungssatzes, durch. Bei 4:4 hatte sie noch zwei Breakchancen der zwei Positionen besser klassierten Amerikanerin abgewehrt. Und im Tiebreak hatte Gauff einen Matchball auf dem Schläger, der fast nicht zu verpassen war.
Nun ist es aber für die Tschechin aus Olomouc der zweite Grand-Slam-Final nach dem French Open 2023, wo sie gegen die Sandkönigin Iga Swiatek in drei Sätzen unterlag. Gauff kann vorerst keinen dritten Grand-Slam-Titel holen.
Neue Grand-Slam-Siegerin
Diesmal geht Muchova eher als Favoritin in den Final vom Samstagnachmittag - wenn die Gesundheit bei der 29-Jährigen mitspielt. In der Endphase litt die in der Vergangenheit oft verletzte Muchova offensichtlich unter Schmerzen im Bauch- oder Rippenbereich, biss sich aber durch. Gegnerin ist ihre Landsfrau Linda Noskova (WTA 12) oder die Ukrainerin Marta Kostjuk (WTA 13). Beide standen noch nie in einem Grand-Slam-Final.
So oder so wird es die zehnte unterschiedliche Siegerin hintereinander geben. Auch Muchova steht in Wimbledon erstmals im Final, bislang war sie nie über die Achtelfinals hinausgekommen.
Hochklassiges und spektakuläres Drama
Die ersten beiden Sätze waren erstaunlich einseitig. Die zwei Positionen schlechter klassierte Muchova erwischte den deutlich besseren Start und dominierte den ersten Durchgang. Im zweiten trat Gauff deutlich aggressiver auf, schlug härter, servierte besser und suchte auch öfter den Weg ans Netz. Im Entscheidungssatz wurde es bei grosser Hitze dann zu einem hochstehenden Abnützungskampf mit spektakulären Ballwechseln, in dem sich keine der beiden Spielerinnen eine Blösse gab.
Dreimal in Folge - angefangen mit dem Achtelfinal gegen Belinda Bencic - hatte Gauff nach verlorenem Startsatz noch gewonnen. Nun war aber auch die Comeback-Queen mit ihrem Latein am Ende.