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Klopp nach «Boxkampf» zum Improvisieren gezwungen

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Klopp nach «Boxkampf» zum Improvisieren gezwungen

25. September 2026, 14:20 Uhr
Jürgen Klopp spielt in seinem ersten Spiel als Trainer von Deutschland 1:1 gegen die Niederlande
© KEYSTONE/EPA/OLAF KRAAK
Deutschland zeigt im ersten Spiel unter Trainer Jürgen Klopp, was möglich ist. Gegen Griechenland muss der Trainer nun aber zwei Wechsel im Kader vornehmen.

Kein Sieger beim Duell der Trainer-Debütanten: Deutschland und die Niederlande trennten sich in der Nations League mit Jürgen Klopp und Xavi an der Seitenlinie mit einem 1:1. Einen Tag später, vor der angekündigten Analyse der gefühlt 1000 Erkenntnisse bei seinem turbulenten, aber durchaus mutmachenden Debüt war Klopp gleich auf unliebsame Weise als Personalmanager gefordert.

Musiala und Havertz reisen ab

Die Muskelverletzungen von Jamal Musiala und Kai Havertz zwangen Klopp zum Umplanen. Musiala zog sich schon beim Aufwärmen einen Muskelfaserriss zu, Havertz erwischte es nach einer halben Stunden mit einer Muskelzerrung. Beide reisten zu ihren Klubs nach München und London ab. Sie müssen bei Bayern München und Arsenal ihre Blessuren auskurieren.

Florian Wirtz und Jonathan Burkardt stossen dafür früher als gedacht zur Nationalmannschaft. Eigentlich hätten die beiden erst in der kommenden Woche bei den Spielen gegen Serbien und in Griechenland ins Geschehen eingreifen sollen.

Wenig Zeit für den neuen Coach

Für den Trainer Klopp und sein neues Offensivduo geht es in der Nations League nach dem grossen Fight gegen die Niederlande, den die französische Sportzeitung «L'Équipe» als «Boxkampf» bezeichnete, ohne Rast weiter. Nächster Stopp ist Augsburg am Sonntag mit der Prüfung gegen die Griechen, die mit einem 2:1 in Serbien siegreich in die Nations League gestartet sind.

Dabei wünscht sich Klopp für den verheissungsvoll begonnenen Reset der DFB-Elf nach dem WM-Debakel nichts mehr als Zeit. Zwei Tage Vorbereitung reichen noch nicht, um Klopp-Fussball zu lernen. Doch Captain Joshua Kimmich spürt den Aufbruch. «Es waren noch nicht alle Dinge perfekt. Aber man hat gemerkt, dass jeder gewillt ist und Bock hat, Spiele zu gewinnen», sagte der 31-Jährige.

Auch Klopp sah dort Gutes, wo andere einen Makel gesehen hätten. «Habe ich den Eindruck, dass wir Richtung Perfektion unterwegs waren? Das war man nicht», sagte er. Das wäre aber auch gar nicht gut gewesen, argumentierte er. Klopp wollte es als Vorteil verstanden wissen, dass Luft nach oben ist.

Zwar wäre nach der Führung durch Felix Nmecha durchaus ein Sieg drin gewesen. Doch auch wenn Kimmich nach dem späten Gegentor von Klopps ehemaligem Liverpool-Schüler Cody Gakpo von einer gefühlten Niederlage zum Auftakt der Nations League sprach: Der Auftritt, die Herangehensweise in der Johan-Cruyff-Arena, zählte für Klopp mehr als das reine Resultat.

Debütanten überzeugen

«Viel wichtiger sind natürlich für mich, als jetzt irgendwie ein 1:0 über die Zeit zu bringen, die ganzen anderen Informationen, die wir bekommen haben. Mit denen arbeiten wir jetzt», kündigte der 59-Jährige an.

Gut wegkommen werden dabei Klopps Debütanten. Da war Philipp Treu, der als rechter Aussenverteidiger einen hervorragenden Eindruck über 90 Minuten hinterliess und die Hoffnung bestätigte, dass Kimmich jetzt vielleicht für immer im Zentrum bleiben kann. «Aussergewöhnlich» habe Treu gespielt, sagte Klopp.

Auch sein Klub-Kollege Yannick Engelhardt, der spät ins Spiel kam, wurde von Klopp gelobt. Und Younes Ebnoutalib? Den Stürmer fand der Bundestrainer als Havertz-Ersatz so gut, dass er fast vergass, dass auch der Frankfurter ein Debütant war.

Jetzt muss gegen Griechenland nachgelegt werden. Denn Klopp weiss, dass erkämpfte Remis auf Dauer nicht glücklich machen. In einer «Parallelwelt» würde ein Punkt in den Niederlanden immer gut klingen, sagte er über die Lage in der Gruppe 2 der A-Liga. «Wir sind in einem Ergebnissport. Und wir sollten die nächsten 500 Spiele nicht unentschieden spielen.»

Quelle: sda
veröffentlicht: 25. September 2026 14:20
aktualisiert: 25. September 2026 14:20