Super League

Im Zeichen des FC Basel und mit Ausblick auf Spannung

18. Dezember 2023, 11:53 Uhr
Die Servettien Yoan Severin, Dereck Kutesa und Jérémy Frick (v.l.n.r.) sind seit elf Ligaspielen ungeschlagen und können selbst vom Titel träumen
© KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI
Seit Sonntagabend ist die Super League in der Winterpause. Die ersten 18 Runden waren eine Basler Horrorfahrt und lassen hoffen auf eine spannende Fortsetzung.

Im ersten Halbjahr in der Super League mit zwölf Mannschaften fiel keine Mannschaft krass ab, auch wenn das Schlusslicht Lausanne-Ouchy nach einem ansprechenden Saisonstart seit Anfang Oktober auf einen Sieg wartet und der Rückstand auf die Konkurrenz stetig angewachsen ist.

Die Befürchtungen, es seien mindestens zwei Teams zu viel, haben sich zerstreut, schliesslich ist mit dem FC Basel jenes Team Vorletzter, das gemäss «transfermarkt.ch» den zweitgrössten Spielerwert der Liga im Kader vereint. Für Experimente und rundum erneuerte Mannschaften ist die Luft auch in der erweiterten Super League noch dünn, hat sich in den letzten Monaten gezeigt.

Der FC Basel war der Hauptakteur des ersten Halbjahres mit dem schottischen Modus, wobei dieser bisher noch ohne Bedeutung war und vielleicht auch bis Ende Saison eher eine Nebenerscheinung bleiben wird. Der FC Basel hingegen schrieb die meisten Geschichten, weil er sich verkalkuliert hat und innerhalb von drei Monaten zwei Trainer und einen Sportchef verbrauchte, in der Hoffnung zu beweisen, dass sein Kader besser ist als die erspielten Resultate.

FCB-Präsident David Degen gab Fehler zu und kündigte Korrekturen im Kader während der Winterpause an, auch solche die Zuzüge vom Sommer betreffen, wie er betonte. Vor allem im Sturm gibt es Handlungsbedarf. Dort konnte die nach der letzten Saison abgegebene Qualität nicht ersetzt werden. Bester Liga-Torschütze der Basler ist Fabian Frei, was für den Routinier spricht, aber gegen die eingekauften vermeintlichen Offensivtrümpfe.

Bedia bester Torschütze

Dem Vernehmen nach interessiert sich Basel für Servettes Stürmer Chris Bedia, der zusammen mit Luganos Renato Steffen in den ersten 18 Runden am meisten Skorerpunkte gesammelt hat (13). Mit zehn Toren führt der Ivorer die Torschützenliste an vor dem Kongolesen Jonathan Okita und dem Kameruner Jean-Pierre Nsame, der womöglich mehr Tore auf dem Konto hätte, wenn er so oft spielen würde, wie er es sich wünscht. Mit einem Treffer alle gut 100 Minuten weist der YB-Stürmer diesbezüglich den Topwert unter den besten 20 Torschützen auf.

Überraschend ist vor allem der Aufstieg von Okita in den Kreis der Goalgetter. Nicht zuletzt dank ihm schneidet der FC Zürich auch nach dem Weggang von Aiyegun Tosin viel besser ab als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr. Trotz zuletzt drei Spielen ohne Sieg und einer gewissen Nervosität rund um den schwer durchschaubaren Trainer Bo Henriksen ist der FCZ im Vergleich zur letzten Hinrunde mit 15 mehr gewonnenen Punkte der grosse Gewinner.

Die wirkungslosen Trainerwechsel

Die Zürcher schafften es mit Kontinuität von den hinteren Tabellenrängen zum Meisterkandidaten. Überhaupt lehrten die letzten Monaten, dass eine gesunde Basis und Geduld Erfolg bringt. Ausser in Basel, wo der Tiefpunkt erreicht war, brachten die Trainerwechsel nichts Positives. Lausanne-Ouchy geht es seit der Entlassung von Anthony Braizat nicht besser, und auch Yverdon brachte der Rauswurf von Marco Schällibaum keine besseren Resultate, im Gegenteil.

Von den im Sommer neu eingesetzten Coaches überzeugten Winterthurs Patrick Rahmen, der aus einer defensiv eingestellten Mannschaft eine sehr angriffslustige Truppe gemacht hat, und René Weiler, der das auch schon unter seinem Vorgänger Alain Geiger starke Servette noch einen Schritt vorwärts gebracht hat. Die Genfer gehören zum Quartett, das im besten Fall möglichst lang um den Titel spielen wird.

Valable Konkurrenz für YB

Die Young Boys, die trotz Zwischentief, Doppelbelastung und kleineren personellen Turbulenzen seit Jahren (fast) immer wieder zielsicher den Kurs finden, liegen fünf Punkte vor dem FC St. Gallen und sieben vor Zürich und Servette. Verglichen mit der Vorsaison zum gleichen Zeitpunkt, als die Berner zwölf Zähler vor dem ersten Verfolger lagen, ist das ein Hitchcock-Szenario.

Der Ausgang ist unsicher, weil die Berner nicht unverwundbar scheinen und der Konkurrenz ein Höhenflug zuzutrauen ist. Zürich könnte keine Tore mehr in den Schlussminuten kassieren, Servette seine zwischenzeitlichen Aussetzer abstellen und St. Gallen auswärts ähnlich stark auftreten wie daheim - dann wären alle drei valable Kandidaten für den Meistertitel.

Ein Finale ab Mitte April

Zu hoffen ist vor allem, dass die Entscheidungen noch so lange ausbleiben, bis die Meisterschaft in die finale Phase geht. Erst für die letzten fünf der insgesamt 38 Runden wird die Liga Mitte April zweigeteilt. Dann spielt die obere Tabellenhälfte in der Championship Group unter sich um den Titel und die europäischen Startplätze, während die untere Hälfte in der Relegation Group den direkten Absteiger und den Barrage-Teilnehmer ermittelt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 18. Dezember 2023 11:53
aktualisiert: 18. Dezember 2023 11:53