Harmonie, Magie und olympischer Geist gewünscht
Ein Fussballtempel wird am Freitagabend die Hauptrolle für den Startschuss zu den Olympischen Winterspielen darstellen - so ist das im Land des Calcio. Aber nicht nur. Es wird eine Eröffnung, wie es sie in dieser Form noch nie gegeben hat.
Waren es bei den Sommerspielen vor eineinhalb Jahren in Paris Schiffe auf der Seine, sind es diesmal vier Standorte und erstmals zwei olympische Flammen, eine in Mailand und eine in Cortina d'Ampezzo.
Im San Siro und den anderen Standorten Cortina, Livigno und Predazzo im Val di Fiemme soll gefeiert werden, die Misstöne einer Welt in Aufruhr sollen draussen bleiben. Ganz wird dies nicht gelingen, vor allem in Mailand sind ein paar Demonstrationen angekündigt, gegen die negativen Auswirkungen eines Grossanlasses wie Olympischer Spiele auf die Umwelt, gegen den Einfluss der Politik oder die Teilnahme des US-Vizepräsidenten JD Vance und die Präsenz von umstrittenen Agenten der US-Einwanderungs- und Grenzschutzbehörde ICE in Italien.
Von Armani bis Mariah Carey
All das wollen die Organisatoren aber so gut wie möglich ausblenden. «Harmonie» lautet das Motto der Eröffnungsfeier. Man will nicht anecken, wie das gewisse Teile der Pariser Eröffnung in konservativen Kreisen taten. «Die Zeremonie will eine Botschaft des Friedens senden und gleichzeitig die Fantasie und die Kultur Italiens feiern», lässt sich der künstlerische Leiter Marco Balich vernehmen. Insbesondere solle der Mode und des Designs im Belpaese, und speziell dem im September verstorbenen Giorgio Armani, gehuldigt werden.
Daneben ist aber auch ein internationales Staraufgebot angekündigt. Mariah Carey wird auf Italienisch singen, Lang Lang Klavier spielen. Andrea Bocelli und Laura Pausini vertreten die Gilde der italienischen Musik.
Parmelin in Mailand
Für die IOC-Präsidentin Kirsty Coventry ist nun die Zeit, alles «auf der Seite zu lassen, das von den Spielen ablenkt». Die ehemalige Spitzenschwimmerin aus Simbabwe zeigte sich bei einer Medienkonferenz Anfang Woche überzeugt, dass sich die Welt an die «Magie und den Geist von Olympia» erinnere, sobald die Wettkämpfe begonnen hätten. Das Eröffnungsspektakel werde dafür ein «schönes Schaufenster» sein.
Die ersten Wettkämpfe, Qualifikationen und Trainings laufen zwar schon seit Mittwoch, doch mit der Eröffnungsfeiern beginnen die Olympischen Spiele erst richtig. 75'000 Zuschauer werden im Mailänder San Siro erwartet, die Schweiz vertritt der Bundespräsident Guy Parmelin.