Emotionales Turnierende für Ehepaar Schwaller
Im letzten Gruppenspiel am Montagmorgen geht es für Briar Schwaller-Hürlimann und Yannick Schwaller um nichts mehr - am Ende werden die beiden aber doch noch einmal emotional. Sie zeigen sich stolz, wie sie gespielt haben und aufgetreten sind, jedoch enttäuscht von den Resultaten. Briar freut sich speziell auf die Wiedervereinigung mit Söhnchen River.
Ein Stein entschied letztlich über Erfolg und Enttäuschung. Im zweitletzten Spiel am Sonntagabend hatte Briar Schwaller-Hürlimann mit dem letzten, allerdings nicht einfachen, Stein gegen Norwegen die Chance auf den Sieg. Dann hätte man es gegen Kanada in den eigenen Händen gehabt, so war man vor dem letztlich verlorenen Spiel gegen die Nordamerikaner ausgeschieden.
Wenig gefehlt
«Im Grundsatz hat mega wenig gefehlt, das darf man nicht vergessen», hält Yannick Schwaller fest. «In ein paar wichtigen Momenten konnten wir die Spiele nicht abschliessen oder den Sack zumachen. Im Mixed kann es sehr schnell gehen.» Über die Resultate seien sie enttäuscht. «Aber ich bin stolz darüber, was wir als Ehepaar erreicht haben und wie wir aufgetreten sind. Ich hoffe, wenn wir in ein paar Monaten zurückblicken, bleibt nicht das Resultat in Erinnerung, sondern dass wir eine gute Zeit hatten.»
Ihr Potenzial liessen die beiden nur vereinzelt aufblitzen, etwa, als sie den Briten die einzige Niederlage der Vorrunde zufügten. «Wir haben es schon die ganze Saison nie geschafft, eine Woche konstant gut zu spielen», zeigt sich Yannick Schwaller selbstkritisch. Für den Solothurner ist das Olympia-Abenteuer noch nicht zu Ende. Er ist der Skip des Schweizer Männerteams, dessen Turnier am Donnerstag beginnt. Nach einem letzten Abend mit der Frau und dem Staff des Mixed-Teams will er in der Nacht auf Dienstag den Schalter zum traditionellen Vierer-Curling umlegen.
Die Leiden einer Mutter
Für Briar Schwaller-Hürlimann geht es als Unterstützer ihres Mannes und vor allem Mutter weiter. «Ich vermisse ihn sehr», sagt die Primarlehrerin über ihr Söhnchen, das sie in den letzten Tag nur vereinzelt gesehen hat. Der eineinhalb-jährige Bub wurde schon zum Internetstar, als er den Eltern mit dem Besen in der Hand zusah. Die meiste Zeit verbrachte er aber in der Obhut der Grossmamis. «Er kann das noch nicht verstehen, warum er die Eltern nun wieder verlassen muss», erklärt sie.
Schwaller-Hürlimann wird nun das olympische Dorf verlassen und mit dem Sohn in einem B&B Unterschlupf finden. Da ist dann ein nicht optimal geglückter Stein, wegen dem sie am Sonntagabend noch bittere Tränen vergossen hatte, nicht mehr ganz so wichtig.