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Ein unangenehmer, aber machbarer Gegner

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Ein unangenehmer, aber machbarer Gegner

23. August 2023, 05:31 Uhr
Letzte Saison qualifizierte sich Maccabi Haifa für die Gruppenphase der Champions League und traf dort unter anderem auf Neymar und Paris Saint-Germain
© KEYSTONE/EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON
Am Mittwoch und am kommenden Dienstag spielt YB gegen Maccabi Haifa um die Qualifikation für die Champions League. Im Playoff-Hinspiel geht es für den Schweizer Meister in einen Hexenkessel.

15,64 Millionen Euro. Um mindestens diesen Betrag geht es im Duell zwischen den Young Boys und dem israelischen Meister Maccabi Haifa in den Champions-League-Playoffs. Die Prämie streicht ein, wer die Gruppenphase der Königsklasse erreicht. Dort kommen 2,8 Millionen Euro pro Sieg und 930'000 Euro für ein Unentschieden hinzu. Die Achtelfinalqualifikation würde weitere 9,6 Millionen Euro in die Kasse spülen.

Achtungserfolge in der Königsklasse

In den Genuss des Geldregens aus der Champions League kamen sowohl der 16-fache Schweizer Meister als auch der 15-fache israelische Titelträger bereits mehrfach. Die Berner konnten sich bisher zweimal für die Gruppenphase qualifizieren und gaben gegen Grössen wie Manchester United und Juventus Turin eine gute Figur ab. Am Ende belegten sie aber sowohl 2021 als auch drei Jahre zuvor den letzten Platz.

Auch der israelische Meister der vergangenen drei Jahre überstand die Gruppenphase der Champions League bei drei Teilnahmen bisher noch nie. Letztes Jahr schaffte Maccabi zwar einen Achtungserfolg und holte gleich viele Punkte wie Juventus Turin. Haifa landete aber dennoch hinter Benfica Lissabon, Paris Saint-Germain und dem italienischen Rekordmeister. Während die Israeli 2009 ohne Punkte blieben, waren sie 2002 nahe dran am grossen Coup. Mit sieben Punkten ergatterten sie nur zwei Zähler weniger als Bayer Leverkusen und belegten hinter dem Vorjahresfinalisten den 3. Gruppenplatz.

Erfolgstrainer und Top-Torschütze sind weg

Die Young Boys gehen als Favorit in das Duell. Allein ein Blick auf die Marktwerte der beiden Teams verdeutlicht dies. Das Internetportal «transfermarkt.ch» taxiert jenen der Berner mehr als dreimal so hoch wie jenen der Israeli. Dass dies für Maccabi kein Hindernis darstellt, mussten in der Vorsaison die stärker eingestuften Olympiakos Piräus und Roter Stern Belgrad erfahren, die auf dem Weg in die Gruppenphase eliminiert wurden.

Apropos Roter Stern: Zu den Serben zog es diesen Sommer Erfolgstrainer Barak Bakhar, der Maccabi dreimal in Folge zur Meisterschaft geführt hatte. Ersetzt wurde er vom U19-Trainer Messay Dego. Der 37-Jährige hat von seinen bisherigen sieben Spielen sechs gewonnen. Einzig im Hinspiel der 2. Qualifikationsrunde zur Champions League gegen Sheriff Tiraspol unterlag sein Team in Moldawien 0:1.

Die europäischen Spiele und der israelische Supercup waren bisher die einzigen Pflichtspiele für Maccabi, das bereits drei Qualifikationsrunden überstanden hat. Der Ligabetrieb in Israel startet erst kommenden Samstag, wobei der Meister zum Auftakt pausiert und sein Spiel aufgrund der Champions-League-Playoffs wie YB verschoben hat. Beide Teams legen ihren Fokus auf die zwei lukrativen Europacup-Spiele.

Nicht nur auf der Trainerbank gab es beim Gegner von YB einen gewichtigen Abgang. Mit Omer Atzili verlor Maccabi seinen besten Torschützen. 25 Treffer erzielte er in der vergangenen Saison, ehe er für 2 Millionen Euro zu Al-Ain in die Vereinigten Arabischen Emirate weiterzog.

Erfahrung und Heimstärke

Nun sind die Stürmer Frantzdy Pierrot und Dean David gefragt. Der haitianisch-amerikanische Doppelbürger und der Israeli stehen nach sieben Spielen in der neuen Saison bereits bei fünf respektive vier Treffern. «Gefüttert» werden sie von Captain Tjaronn Chery und Dia Saba. Der eine ist Nationalspieler Surinams und spielte einst für die Queens Park Rangers in der zweiten englischen Liga, der andere ist der wertvollste Spieler im Kader und ging als erster israelischer Profi in einer arabischen Liga in die Geschichte ein. 35 und 30 Jahre zählen die beiden und stehen sinnbildlich für die Erfahrung der Mannschaft.

So eingespielt, spielstark und erfahren der israelische Meister auch sein mag; sein wohl grösster Trumpf ist die Heimstärke. In der vergangenen Saison kamen im Schnitt über 28'000 Zuschauer ins Samy Ofer Stadium. In der Meisterschaft verlor Maccabi kein einziges Spiel im heimischen Hexenkessel, in der Königsklasse schlug man gar Juventus Turin. YB dürfte also gewarnt sein.

Quelle: sda
veröffentlicht: 23. August 2023 05:31
aktualisiert: 23. August 2023 05:31