Ein Kratzer, heisere Stimmen und 23-mal Bronze
Endlich gab es auch in Mailand Grund zum Feiern. Nach den zahlreichen Schweizer Medaillen in den Bergen bescherten die Eishockeyanerinnen mit Bronze kurz vor dem Ende der Spiele auch dem House of Switzerland in der lombardischen Metropole eine Medaillenfeier.
Gut 24 Stunden nach dem gewonnenen Spiel um Platz 3 betrat das Team, angeführt von Kuhglocken, die Bühne. Zu den Klängen von «Sarà perché ti amo», der inoffiziellen Hymne dieser Winterspiele, liessen sich die 23 Spielerinnen von den anwesenden Zuschauerinnen und Zuschauern feiern.
Im Interview liess Captain Lara Stadler durchblicken, dass die Medaille bis spät in die Nacht gefeiert wurde. Verteidigerin Nicole Vallario verriet mit einem Schmunzeln, die Medaille von Lara Christen sei zwischenzeitlich verloren gegangen, während jene von Kaleigh Quennec einen echten Kratzer abbekommen habe. Letztere war nicht die Einzige mit heiserer Stimme.
Mit der Schlusszeremonie am Sonntag in Verona steht für die Frauen-Nati nochmals ein Highlight einer intensiven gemeinsamen Reise bevor. «Dass wir mit der Medaille um den Hals ins Stadion einlaufen dürfen, ist unglaublich, ein olympischer Traum», sagte Torhüterin Andrea Brändli. Sie hatte zu Beginn der Spiele wegen einer Norovirus-Infektion 48 Stunden in Isolation verbringen müssen und damit ihrem Team auch die Chance geraubt, an der Eröffnungsfeier teilnehmen zu können.
Gemeinsam mit der Schweizer Siegtorschützin Alina Müller wurde Brändli als beste Torhüterin des Turniers ins olympische Allstar-Team gewählt. Vieles deutet darauf hin, dass die Zürcherin nächste Saison in Nordamerika in der Profi-Liga PWHL spielen wird.
Zunächst steht jedoch weiteres Feiern an. Erst am Montag reist das Frauen-Nationalteam in die Schweiz zurück, wo am Abend ab zirka 18.30 Uhr im Schluefweg in Kloten ein offizieller Empfang geplant ist.