Ein 6. Platz zum Abschluss einer herausragenden Saison
Die Hüfte schmerzte auch beim Saisonfinale. So, wie eigentlich schon den gesamten Winter über. Doch wieder konnte Camille Rast die körperlichen Beschwerden beiseite schieben, sich noch zweimal aus dem Starthaus katapultieren und ihre schnellen Schwünge in den frühlingshaften Schnee Norwegens ziehen.
Am Ende resultierte beim Überraschungssieg der Kanadierin Valérie Grenier ein 6. Platz für die Walliserin. «Es war gut. Leider habe ich im ersten Lauf zu viel Zeit verloren», sagte Rast gegenüber SRF. Auf die drittplatzierte Julia Scheib, die Disziplinensiegerin im Riesenslalom, fehlten ihr in der Endabrechnung 74 Hundertstel.
Rast lieferte sich mit der Österreicherin lange einen Kampf um die kleine Kristallkugel. Erst im vorletzten Rennen des Winters, bei dem Rast als Halbzeit-Führende ausschied und Scheib gewann, fiel die Entscheidung. Mit dem 6. Platz in Hafjell verteidigte die Slalom-Weltmeisterin aber den 2. Rang in der Riesenslalom-Wertung und schoss damit weit übers Ziel hinaus. Als Zielgebung hatte sie eine Platzierung unter den ersten Sieben der Saison angestrebt. Die Konstanz von Rast ist umso bemerkenswerter, da sie im Slalom stärker einzuschätzen ist als im Riesenslalom.
Generell sei sie zufrieden mit der Saison, sagte Rast. «Ich kann sehr froh nach Hause gehen.» Sie tut dies mit 1049 gesammelten Weltcup-Punkten im Gepäck, was ihr hinter Mikaela Shiffrin und Emma Aicher den 3. Platz im Gesamtweltcup einbrachte. Seit der Jahrtausendwende holten mit Lara Gut-Behrami, Michelle Gisin, Wendy Holdener und Sonja Nef erst vier Schweizerinnen mehr als 1000 Punkte in einer Saison.
«Dies mit zwei Disziplinen zu schaffen, war nicht so einfach», sagte Rast. Im Slalom müsse sie noch zwei, drei Sachen anpassen, im Riesenslalom noch ein bisschen besser in die Saison starten. «Step by Step. Meine Karriere ist noch lange», so die 26-Jährige.