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Das Nationalteam vom Traumstart 1934 bis zum Viertelfinal 2026

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Das Nationalteam vom Traumstart 1934 bis zum Viertelfinal 2026

8. Juli 2026, 13:14 Uhr
Der niederländische Torhüter streckt sich an der WM 1934 beim Schuss von Leopold Kielholz (links)
© KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/STR
Der Viertelfinal-Einzug im Penaltyschiessen gegen Kolumbien markiert für die Schweizer Nationalmannschaft einen Meilenstein. Nachfolgend eine Auswahl denkwürdiger Schweizer WM-Momente.

1934 - Traumstart bei der WM-Premiere

Die Schweiz schreibt schon an ihrer ersten Weltmeisterschaft Geschichte. In Mailand gewinnt sie den Achtelfinal gegen die Niederlande 3:2 und zieht auf Anhieb in den Viertelfinal ein. Dort ist gegen die Tschechoslowakei nach einem 2:3 Endstation, dennoch setzt die Mannschaft von Nationaltrainer Heinrich «Henry» Müller ein Ausrufezeichen. Der Vorstoss unter die besten acht Teams der Welt begründet den Ruf der Schweiz als unangenehmer Turniergegner. Der erste von nunmehr vier WM-Viertelfinal-Einzügen ist der erste grosse Erfolg der Nationalmannschaft auf internationaler Bühne.

1938 - Der Sieg gegen Grossdeutschland

Kein WM-Spiel hat in der Schweizer Fussballgeschichte einen vergleichbaren Symbolcharakter. Nach dem 1:1 im ersten Duell gegen Grossdeutschland erzwingt das damalige Reglement ein Wiederholungsspiel. Dieses gewinnt das Ensemble von Trainer Karl Rappan nach einem 0:2-Rückstand 4:2. Der Erfolg wenige Monate nach dem Anschluss Österreichs erhält weit über den Sport hinaus eine politische Bedeutung, er wird zu einem Symbol des schweizerischen Widerstandsgeistes. Der Viertelfinal gegen Ungarn geht anschliessend 0:2 verloren, der Triumph über Grossdeutschland bleibt unvergessen.

1954 - Heim-WM und Viertelfinal

Die Heim-WM beschert der Schweiz ihren bis dahin grössten sportlichen Erfolg. Nach zwei Siegen gegen Italien (2:1/4:1) erreicht das Team die Runde der letzten acht. Dort folgt die legendäre «Hitzeschlacht von Lausanne» gegen Österreich. Die Schweiz - wiederum mit Karl Rappan an der Seitenlinie - führt 3:0, verliert die bis heute torreichste Partie der WM-Geschichte aber noch 5:7. Trotz des bitteren Ausscheidens bleibt die Heim-WM mit dem Viertelfinal bis heute einer der grössten Erfolge der Nationalmannschaft.

1994 - Bregys Freistoss läutet die Rückkehr ein

Nach 28 Jahren WM-Absenz meldet sich die Schweiz 1994 in den USA eindrücklich auf der grossen Bühne zurück. Im ersten Gruppenspiel gegen den Gastgeber geht sie dank des legendären Freistosses von Georges Bregy 1:0 in Führung, am Ende heisst es 1:1. Der kunstvoll verwandelte Freistoss aus 25 Metern Entfernung wird zum Sinnbild für die Rückkehr der Nati in die Weltspitze. Das Team von Roy Hodgson übersteht die Gruppenphase nach einem überzeugenden 4:1-Sieg gegen Rumänien und erreicht den Achtelfinal, wo gegen Spanien mit 0:3 Endstation ist. Dennoch markiert die WM 1994 den Beginn einer neuen Ära.

2010 - Der Coup gegen den späteren Weltmeister

Am 16. Juni 2010 gelingt der Schweiz in Südafrika einer der grössten Überraschungssiege der WM-Geschichte. Gelson Fernandes erzielt in Durban das einzige Tor zum 1:0 gegen Spanien. Der spätere Weltmeister verliert damit sein Auftaktspiel, gewinnt danach aber alle sechs Partien und holt den Titel. Die Schweiz beendet gleichzeitig Spaniens Serie von zwölf WM-Siegen in Folge und stellt mit insgesamt 559 WM-Minuten ohne Gegentor einen Rekord auf; 2006 ist sie - mit Diego Benaglios Vorgänger Pascal Zuberbühler zwischen den Pfosten - im ganzen Turnier ohne Gegentor geblieben.

Trotz des Exploits gegen Spanien scheidet die Mannschaft von Trainer Ottmar Hitzfeld nach der Gruppenphase unglücklich aus.

2026 - Erlösung im Penaltyschiessen gegen Kolumbien

Zwölf Jahre nach dem bitteren Achtelfinal-Out gegen Argentinien (0:1 n.V.) und nach den nicht weniger schmerzhaften Niederlagen gegen Schweden (2018/0:1) und Portugal (2022/1:6) an den folgenden WM-Endrunden gelingt der Schweiz endlich der Sprung über die Achtelfinal-Hürde. Gegen Kolumbien fällt die Entscheidung nach 120 torlosen Minuten im Penaltyschiessen. Gregor Kobel avanciert mit seiner Parade gegen Cucho Hernandez zum Matchwinner, Ruben Vargas verwandelt den entscheidenden Penalty zum 4:3. Angeführt von Trainer Murat Yakin und Captain Granit Xhaka steht die Schweiz erstmals seit der Heim-WM 1954 und erstmals in der modernen WM-Ära wieder in einem WM-Viertelfinal.

Quelle: sda
veröffentlicht: 8. Juli 2026 13:14
aktualisiert: 8. Juli 2026 13:14