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Cristiano Ronaldo - ein Musterbeispiel für Disziplin

EM 2024

Cristiano Ronaldo - ein Musterbeispiel für Disziplin

12. Juni 2024, 05:30 Uhr
Cristiano Ronaldo will in Deutschland seinen Torrekord an Europameisterschaften ausbauen
© KEYSTONE/EPA/ABIR SULTAN
Zu was der 39-jährige Cristiano Ronaldo noch fähig ist, das ist eine der Fragen an der EM in Deutschland. Auf jeden Fall ist der Portugiese nach wie vor topfit, was nicht von ungefähr kommt.

Cristiano Ronaldo ist definitiv jemand, der polarisiert. Keine zwei Meinungen gibt es jedoch über seinen Arbeitsethos. Er ist ein Paradebeispiel dafür, was mit eiserner Disziplin erreicht werden kann. Wie viel Zeit er allein im Kraftraum verbringt, unterstreicht sein muskulöser Körper, den er gerne zeigt.

Als Ronaldo 2018 im Alter von 33 Jahren von Real Madrid zu Juventus wechselte, wurden die Daten des Medizinchecks publik. Sein Körperfettanteil soll damals sieben Prozent betragen haben - normal sind bei Profisportlern zehn bis zwölf Prozent - und die Muskelmasse 50 Prozent. Die Ärzte der Turiner verglichen dessen Fitnesswerte mit denjenigen eines 20-Jährigen. Nicht von ungefähr erreichte Ronaldo einst bei einem Kopfball eine Rekordhöhe von 2,93 m.

Noch heute dürfte Ronaldo ähnliche Werte aufweisen. Denn neben dem harten Training achtet er sehr auf die Ernährung, die bei ihm äusserst proteinreich ist. Er nimmt viele Vollkornprodukte zu sich und isst viel Früchte sowie Gemüse. Zuckerhaltige Lebensmittel vermeidet er grundsätzlich. Unvergessen ist sein Auftritt an der Pressekonferenz vor dem ersten EM-Spiel der Portugiesen an der EM 2021, als er zwei Coca-Cola-Flaschen zur Seite schob und eine Wasserflasche in die Höhe hielt.

Eisbäder um drei Uhr morgens

Auf die Erholung legt er ebenfalls grossen Wert. Carlo Ancelotti, der Ronaldo von 2013 bis 2015 bei Real Madrid trainiert hat, erzählte einst, dass es vorgekommen sei, dass Ronaldo nach Partien um drei Uhr nachts noch ein Eisbad genommen habe. «Er ist wahrlich der professionellste Spieler, mit dem ich je zusammen gearbeitet habe», so Ancellotti. Und das heisst etwas angesichts der Topstars, mit denen der Italiener zu tun hatte respektive hat.

Ronaldo soll zudem auf Intervall-Schlafen schwören, konkret auf 5x90 Minuten. Zudem verriet er vor kurzem, dass eine wichtige Sache sei, dass er nach 22.00, 23.00 Uhr nicht mehr spreche, auch nicht am Telefon, da sein Gehirn Pausen brauche.

Wie auch immer, jedenfalls ist Ronaldo auch mit 39 Jahren noch topfit und ist sein Ehrgeiz nach wie vor gross. Nachdem er kürzlich mit 35 Saisontoren für Al-Nassr eine Bestmarke in der Saudi Pro League aufgestellt hatte, twitterte er: «Ich folge nicht den Rekorden, die Rekorde folgen mir.» Das unterstreicht, dass solche ihn nach wir antreiben.

Jeden Tag geweint

Der grosse Wille ist auch auf seine Kindheit zurückzuführen, er wuchs in armen Verhältnissen auf. Mit elf Jahren verliess er die Familie und ging in die Jugendakademie von Sporting Lissabon. «Es war die schwerste Zeit meines Lebens», blickt Ronaldo zurück. Er habe jeden Tag geweint. Nur der Fussball richtetet ihn auf. Nachts stand er auf, stahl sich aus dem Schlafraum und trainierte, denn er war damals zu dünn, wusste aber, dass er mit viel Talent gesegnet ist. Schon mit 15 sagte er zu seinen Mitspielern während eines Trainings: «Eines Tages werde ich der Beste der Welt sein.»

In Deutschland will er nun an seinem Denkmal weiterbauen. Es wäre für Ronaldo bereits die sechste EM, bislang teilt er sich den Rekord mit Spaniens Legend Iker Casillas. Auch seine 25 Einsätze und 14 Tore an Europameisterschaften sind Bestmarken.

Zwar geht auch an Ronaldo das Rad der Zeit nicht spurlos vorbei, hat er an Schnelligkeit und Sprungkraft eingebüsst. Zudem spielt er seit dem Wechsel Anfang 2023 nach Saudi-Arabien auf Vereinsebene nicht mehr auf Topniveau. An der WM 2022 in Katar stand er im Achtelfinal gegen die Schweiz (6:1) und im Viertelfinal gegen Marokko (0:1) nicht in der Startelf.

Fernando Santos ist jedoch nicht mehr Trainer der Portugiesen, er wurde durch den Spanier Roberto Martinez ersetzt. Dieser hob die Wichtigkeit von Captain Ronaldo hervor. In der EM-Qualifikation war der Starstürmer mit zehn Treffern der zweitbeste Torschütze hinter dem Belgier Romelu Lukaku (14). Das zeigt, dass er nach wie vor den Unterschied ausmachen kann.

Quelle: sda
veröffentlicht: 12. Juni 2024 05:30
aktualisiert: 12. Juni 2024 05:30