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Alle Blicke auf Manuel Neuer

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Alle Blicke auf Manuel Neuer

14. Juni 2024, 05:00 Uhr
Manuel Neuer zeigte in dieser Saison auch einige Schwächen
© KEYSTONE/AP/Martin Meissner
Manuel Neuer ist in den letzten Tagen ungewollt in den Fokus geraten. Der 38-Jährige steht im EM-Eröffnungsspiel nach einigen enttäuschenden Leistungen unter besonderer Beobachtung.

Im letzten Testspiel gegen Griechenland unterlief Neuer der Fehlgriff, der der Diskussion um die Goalie-Position im deutschen Team neue Nahrung gab. Der Keeper von Bayern München liess einen harmlosen Abschluss nach vorne abprallen und kassierte mit dem Nachschuss das 0:1.

In anderen Jahren wäre so ein Fehler des 119-fachen Internationalen kaum der Rede Wert gewesen - angesichts der Verdienste und des Ansehens der Goalie-Ikone. Aber die laufende Saison ist nicht Neuers beste. Er brilliert zwar immer noch zwischendurch mit fantastischen Paraden, überrascht aber auch öfters mit ungewohnten Unaufmerksamkeiten. Und so weckte das Spiel gegen Griechenland Zweifel an der aktuellen Qualität von Neuer, der in den letzten Monaten oft verletzt fehlte.

Dass über den Status von Neuer diskutiert werden kann, liegt auch daran, dass mit Marc-André ter Stegen ein hochkarätiger Ersatz bereitstehen würde. Der 32-jährige Goalie vom FC Barcelona zeigt im Klub konstant starke Leistungen. «Den Leistungen zufolge müsste man wohl Manuel Neuer durch Marc-André ter Stegen ersetzen», urteilte der ehemalige deutsche Nationalkeeper Timo Hildebrand gegenüber der ARD stellvertretend für andere Experten. Aber Neuer sei halt schon eine gefühlte Ewigkeit im deutschen Tor.

Während in den Medien die Meinungen zur Frage «Neuer oder ter Stegen» geteilt sind, erhält der kritisierte Stammgoalie Rückendeckung vom deutschen Staff und Verband. Bundestrainer Julian Nagelsmann meinte nach dem Spiel gegen Griechenland kategorisch: «Ich lasse keine Diskussion aufkommen. Er hat mein Vertrauen.» Und auch andere aus dem Umfeld der Nationalmannschaft oder von Bayern München eilten Neuer verbal zu Hilfe.

Wenige Tage vor dem EM-Eröffnungsspiel hatte selbstredend keiner rund um die deutsche Mannschaft das Bedürfnis, die Goalie-Diskussion neu zu lancieren. Als dreifacher Welt-Torhüter, zweimaliger Champions-League-Sieger mit Bayern München und Weltmeister von 2014 liess sich Neuer vorerst gut vor Kritik verteidigen. Am Freitagabend in seinem Heimstadion in München wird er trotzdem noch kritischer beäugt werden als sonst. Weitere Fehler kann er sich nicht leisten.

Quelle: sda
veröffentlicht: 14. Juni 2024 05:00
aktualisiert: 14. Juni 2024 05:00