Curling

180 Minuten Spiel - und Augenblicke entscheiden

25. März 2024, 12:23 Uhr
«Wenn man die Punkte anschaut, können wir mega stolz sein auf uns»: Alina Pätz (links), im Bild mit Skip Silvana Tirinzoni, sieht trotz Final-Niederlage zu Recht viel Positives
© KEYSTONE/AP/Frank Gunn
Mit einer leisen Enttäuschung über das entgangene fünfte WM-Gold, aber auch mit Stolz auf die eigene tolle Leistung kehren die Schweizer Curlerinnen von der WM im kanadischen Sydney heim.

Im Final wie auch schon in den 13 vorangegangenen Spielen bewegten sich die Teams von Silvana Tirinzoni und der neuen kanadischen Weltmeisterin Rachel Homan nahezu auf dem identischen hohen Niveau, auf dem höchsten Niveau, das man im Frauencurling derzeit sehen kann und das selbst die weltbesten Männerteams nur mit grösster Mühe übertreffen können.

Alina Pätz - sie und Rachel Homan dürften wohl mit ihrem technischen Können als auch mit ihrer mentalen Stärke die absolut besten Curlerinnen sein - sagte nach Kanadas 7:5-Sieg im Final: «Natürlich sind wir zuerst einmal enttäuscht, dass wir das fünfte WM-Gold nicht gewinnen konnten. Aber wenn man die Punkte anschaut, können wir mega stolz sein auf uns. Wir haben einen sehr guten Final gezeigt. Wir hatten einfach einen oder zwei Fehler zu viel im 8. und im 9. End. Diese wenigen Fehler bewirkten, dass es gegen ein so gutes Team nicht reicht.»

Die Entscheidung in dem drei Stunden dauernden Kampf fiel in der Tat innerhalb weniger Augenblicke. Im 8. End verpassten es die Schweizerinnen, mit mehr als einem Stein in Führung zu gehen, und im 9. End nutzten die Kanadierinnen kleine, aber entscheidende Fehler der Aarauerinnen für das einzige Dreierhaus des Spiels. So nützte es den Schweizerinnen am Schluss nichts, dass sie im Final nach Quoten an gelungenen Steinen das etwas bessere Team waren. Sie «gewannen» mit 87 zu 86 Prozent. Die beiden Nummern 4 Rachel Homan und Alina Pätz kamen auf je 88 Prozent. Auch in der Wertung über alle 14 Partien erreichten die Schweizerinnen die leicht höheren Werte als die Kanadierinnen.

Dominanz im Verhältnis 2:1

So ausgeglichen Schweizerinnen und Kanadierinnen untereinander waren, so deutlich setzten sie sich vom Durchschnitt des 13 Teams umfassenden Teilnehmerfeldes ab. Im ganzen WM-Turnier liessen sich Carole Howald, Selina Witschonke, Silvana Tirinzoni, Alina Pätz und die zweimal bei klaren Spielständen eingewechselte Ersatzspielerin Stefanie Berset exakt 100 Steine gutschreiben. Den Gegnerinnen überliessen sie 54 Steine. Es war also eine Dominanz im ungefähren Verhältnis von 2:1. In 28 Ends notierten die Schweizerinnen zwei oder mehr Punkte. Ihrerseits ermöglichten sie den Gegnerinnen nur 12 solche Ends. In dieser Beziehung war die Überlegenheit noch frappanter.

Quotenplatz gesichert

Als wäre es eine Selbstverständlichkeit, sicherten die Aarauerinnen der Schweiz mit dem 2. Rang an der WM den Quotenplatz für die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2026 in Mailand. Es ist zu erwarten, dass Tirinzonis Crew selbst am Olympia-Turnier wird antreten können. Es ist jedenfalls noch kein anderes Schweizer Frauenteam in Sicht, das den Aarauerinnen den Platz streitig machen könnte.

Quelle: sda
veröffentlicht: 25. März 2024 12:23
aktualisiert: 25. März 2024 12:23