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Zwei Tage nach dem Engagement von Lars Weibel gewinnt Ambri wieder

National League

Zwei Tage nach dem Engagement von Lars Weibel gewinnt Ambri wieder

8. Januar 2026, 05:00 Uhr
Ambris österreichischer Nationalspieler Dominic Zwerger feiert sein Tor beim 4:0-Heimsieg gegen den EV Zug
© KEYSTONE/Andrea Branca
Ambri-Piotta gewinnt erstmals seit mehr als einem Monat wieder ein Spiel in der National League. Bringt Ruhe neben dem Eis auch wieder sportliche Erfolgserlebnisse?

Die Stimmung in der Garderobe von Ambri-Piotta scheint ausgelassen. Durch die geschlossene Türe dröhnt in einiger Lautstärke der Opus-Partykracher «Live is life». Das passt: Der HC Ambri-Piotta ist noch am Leben, beim 4:0 gegen Zug spielten die Tessiner am Dienstagabend zur Abwechslung wieder einmal wie Könige.

Die Erleichterung ist Dominic Zwerger nach dem ersten Sieg seit dem 4. Dezember und acht Niederlagen in Folge ins Gesicht geschrieben. «Ja, riesig», sagt der österreichische Nationalspieler und Torschütze zum 2:0, der in der Leventina seit fast neun Jahren ein Leitwolf ist, noch nie für ein anderes Profiteam gespielt hat, den Klub Ende Saison aber Richtung Biel verlassen wird.

Ein Zeichen des Charakters

«Wir haben uns diesen Sieg erarbeitet», betont er und kennt bereits wenige Minuten nach Spielende eine Statistik ganz genau. «25 geblockte Schüsse, das zeigt den Charakter dieser Mannschaft.» An diesem Charakter musste in den vergangenen Wochen durchaus gezweifelt werden. Gerade in der heimischen Gottardo Arena gab es zuletzt mit einem 2:5 gegen das abgeschlagene Schlusslicht Ajoie und einem 0:3 gegen Langnau, mit dem sich der ewige Underdog eigentlich auf Augenhöhe sieht, zwei ganz bittere Pillen. Dennoch pilgerten auch am Dreikönigstag wieder fast 6200 Fans in den Hockey-Tempel an der A2.

Es gibt durchaus Gründe, warum die Mannschaft in dieser Saison deutlich unter ihren Möglichkeiten bleibt. Ambri-Piotta erlebt einen veritablen Albtraum. Im Oktober waren die Vereins-Ikonen Paolo Duca (Sportchef) und Luca Cereda (Cheftrainer) mehr oder weniger zum Rücktritt gezwungen, nachdem sie sich von Präsident Filippo Lombardi verraten fühlten, weil dieser mit Christian Dubé über ein Engagement als Trainer verhandelt hatte.

Zwerger mag sich nicht auf die Diskussion einlassen. «Es gibt viele Faktoren», meint der 29-jährige Vorarlberger. «Aber das lassen wir jetzt hinter uns.» Etwas konkreter wird der vormalige Assistent Eric Landry, der seit Oktober erstmals ein Team auf höchster Ebene betreut. «Schauen Sie, solche Nebengeräusche neben dem Eis können immer in beide Richtungen auf eine Mannschaft abfärben», erklärt der Frankokanadier.

Mehr Klarheit

Ist es Zufall, dass die Niederlagenserie gerade am Dienstag, zwei Tage nach der Verpflichtung das aktuellen Nationalmannschaftsdirektors Lars Weibel als Sportchef ab der kommenden Saison, zu Ende ging? Landry zuckt mit den Schultern. «Wer weiss? Auf jeden Fall haben wir jetzt mehr Klarheit, in welche Richtung es gehen wird. Das kann für die Spieler eine Erleichterung sein.»

In der Tabelle soll es für den Zweitletzten wieder nach oben gehen. Sechs Punkte liegt der zehntplatzierte SC Bern 15 Runden vor Schluss entfernt, einen Zähler weniger der Zwölfte Kloten. Platz 10 würde zum Play-In um die Playoffs berechtigen, Platz 12 zumindest das Playout gegen Ajoie vermeiden. Von solchen Rechenspielen wollen weder Landry noch Zwerger etwas wissen.

Nur noch Sechspunkte-Spiele

«Ich habe seit dem Beginn die Tabelle vielleicht fünfmal angeschaut», versichert der Chefcoach. Man müsse Match für Match schauen, lautet die Standardantwort. Das nächste, am Freitag in Bern, ist ein Sechspunkte-Spiel. «Wir haben praktisch nur noch Sechspunkte-Spiele», weiss der Stürmer. «Und wir müssen wie heute von der ersten Sekunde an parat sein.»

Aus der Garderobe erklingt mittlerweile Amy McDonalds Wohlfühl-Song «This is the life». Nomen est omen...

Quelle: sda
veröffentlicht: 8. Januar 2026 05:00
aktualisiert: 8. Januar 2026 05:00