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Zürcher Staatsanwaltschaft fordert 6,5 Jahre für jordanischen Vater

Prozess

Zürcher Staatsanwaltschaft fordert 6,5 Jahre für jordanischen Vater

9. September 2026, 09:36 Uhr
Statt in den Zoo ging der Vater mit dem knapp dreijährigen Sohn in sein Heimatland Jordanien. Die Mutter, die das Sorgerecht hatte, wusste nichts davon. Am Mittwoch steht er vor dem Zürcher Bezirksgericht. (Archivbild)
© KEYSTONE/WALTER BIERI
Der 44-jährige Jordanier, der wegen Entführung seines Sohns vor dem Zürcher Bezirksgericht steht, soll für 6,5 Jahre ins Gefängnis. Dies hat der Staatsanwalt am Mittwoch gefordert.

Zusätzlich zur Freiheitsstrafe soll der Mann für zehn Jahre des Landes verwiesen werden. Der Vater sei unter anderem wegen Freiheitsberaubung und Entführung schuldig zu sprechen, so der Staatsanwalt.

Die Anwältin des Mannes fordert hingegen keine Verurteilung wegen Entführung, sondern lediglich eine wegen Entziehung von Minderjährigen. Dafür sei er «angemessen» zu bestrafen, wobei das Strafmass in jedem Fall bedingt ausfallen solle.

Nach Jordanien statt in den Zoo

Der Mann hatte im Jahr 2015 seinen Sohn während der Ausübung des Besuchsrecht nach Jordanien mitgenommen. Der Mutter des Kindes sagte er, er gehe mit dem Sohn in den Zürcher Zoo.

Als die Mutter rechtliche Schritte unternahm, versuchte der Beschuldigte, sie unter Druck zu setzen. Er forderte in einer E-Mail, dass sie sämtliche Klagen zurückziehe, falls sie das Kind jemals wiedersehen wolle. Am 1. Juni 2025 wurde der Mann in Deutschland verhaftet und einen Monat später an die Schweiz ausgeliefert. Seither sitzt er in Untersuchungshaft.

Quelle: sda
veröffentlicht: 9. September 2026 09:36
aktualisiert: 9. September 2026 09:36