Zürcher Regierung kritisiert Pläne des Bundes für den Bahnausbau
Die vorgeschlagenen Priorisierungen des Bundes seien aus Verkehrs- und Raumplanersicht nicht nachvollziehbar, teilte der Regierungsrat am Freitag mit. Die Finanzierung für notwendige Ergänzungen zu laufenden Grossbauten sei völlig ungenügend.
Betroffen sind laut Kanton das Projekt «MehrSpur Zürich-Winterthur» und das vierte Gleis am Bahnhof Stadelhofen. Ohne zusätzliche Ergänzungen wie längere Perrons könne der geplante Ausbau nicht rechtzeitig umgesetzt werden. Volkswirtschaftliche Fehlentscheide drohten.
Kritik an Streichungen
Konkret stört sich der Zürcher Regierungsrat an der Streichung der geplanten Haltestelle Grüze Nord in Winterthur sowie an Verzögerungen bei den Bahnhöfen Altstetten und Wetzikon. Auch der Verzicht auf den Ausbau der Autobahn A1 bei Winterthur stösst auf Unverständnis.
Gleichzeitig sieht die Vorlage des Bundes neue Milliardenprojekte wie den Grimseltunnel vor. Die Zürcher Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh forderte, bereits begonnene Infrastrukturen fertigzustellen, bevor neue touristische Grossbauten finanziert werden.
Auch der Winterthurer Stadtrat kritisierte in einer Mitteilung den Entscheid des Bundesrats. Aus Sicht des Stadtrats brauche es den Sechsspurausbau der A1, die neue Haltestelle Grüze Nord und den Ausbau des Bahnhofs Oberwinterthur.