Zürcher «Gmüesbrugg»-Baustelle hat Verzögerung wegen Trockenheit
Vergangene Woche schaltete sich der Bund ein: Er erlaubte es dem Kanton Zürich, die Abflussmenge aus dem Zürichsee zu senken, von 30 Kubikmeter Wasser pro Sekunde auf 20 Kubikmeter. Ziel dieser Massnahme ist, dass angesichts der anhaltenden Trockenheit mehr Wasser im Zürichsee bleibt und sein Pegel langsamer sinkt.
Seit dem 1. Oktober fliesst deshalb weniger Wasser die Limmat hinab. Das soll auch die Probleme bei der Rathausbrücken-Baustelle beheben oder zumindest verkleinern. Die Baustelle beim Rathaus befindet sich noch vor dem Platzspitz-Wehr, mit dem der Abfluss gesteuert wird.
Pontons laufen auf Grund
Der rekordtiefe Wasserpegel sorgte hier dafür, dass gewisse Arbeiten eingestellt werden mussten, konkret Baggerarbeiten für die Sohlenabsenkung, die von einem schwimmenden Ponton aus erledigt werden sollten. Wie es beim Tiefbauamt auf Anfrage von Keystone-SDA hiess, hatte der Ponton mit dem Bagger teilweise Grundkontakt.
Ohne die Stabilisierung des Wasserspiegels würden die Pontons auf Grund laufen. Würden sie in diesem Zustand durch die schweren Maschinen beansprucht, könne der Boden undicht werden. Auch das Boot, mit dem die drei Pontons richtig positioniert werden, kann bei tiefem Wasserstand nicht mehr richtig fahren.
Bisher entstanden durch die Trockenheit Verzögerungen von etwa einer Woche und Mehrkosten von etwa 50'000 Franken. Länger anhaltende Regenfälle, welche den Wasserpegel heben könnten, sind derzeit nicht in Sicht. Am Donnerstag soll es zwar regnen, allerdings ist ein Tag Regen lediglich ein Tropfen auf den heissen Stein.
Neubau wegen Hochwassergefahr
Hauptgrund für die neue Rathausbrücke ist - aktuell eher schwierig vorstellbar - die Hochwassergefahr. Das Flussbett war bisher zu wenig tief. Zudem verfügte die alte Brücke aus den 1970er-Jahren gleich über fünf Pfeiler, welche die Staugefahr erhöhten.
Die Brücke wird deshalb abgebrochen und ersetzt. Gebaut wird eine leicht schmalere Brücke mit nur noch zwei Pfeilern. Die Flusssohle wird gleichzeitig abgesenkt. Bleiben weitere Verzögerungen aus, sollte die neue Brücke Anfang 2029 fertig sein.
Insgesamt kostet der Bau 77 Millionen Franken. Eine erste Einschätzung der Stadt ging im Jahr 2020 noch von 32 Millionen aus. Im November 2024, bei der Volksabstimmung, waren es dann bereits 58,3 Millionen Franken. Danach kamen weitere 19 Millionen dazu.