«Wir wollen besser abschneiden als in der letzten Saison»
Seit der Rückkehr in die Super League vor zwei Jahren befindet sich Sion im Aufwärtstrend. In der ersten Saison nach dem Aufstieg resultierte der 9. Platz und der Klassenerhalt. In der vergangenen Spielzeit schnitten die Walliser mit Platz 4 deutlich besser ab. Als Lohn gab es die erstmalige Qualifikation für den Europacup seit neun Jahren.
Die beste Klassierung seit vielen Jahren fusste auf einem fulminanten Endspurt mit einer Serie von zehn Spielen ohne Niederlage. Zudem stellte Sion mit nur 40 Gegentoren in 38 Spielen die beste Abwehr der Liga. Entsprechend selbstbewusst zeigt sich Sions Präsident Christian Constantin im Telefoninterview mit Keystone-SDA: «Ab Februar hatten wir meiner Meinung nach die beste Mannschaft des Landes.» Forsch fährt er fort: «Das Ziel für die neue Saison ist es wie immer, zu versuchen, besser abzuschneiden als in der vergangenen Saison.»
Kontinuität auf der Trainerbank...
Ende April hat Constantin den Vertrag mit Trainer Didier Tholot vorzeitig bis 2029 verlängert. Bereits jetzt ist die dritte Amtszeit des Franzosen im Tourbillon die mit Abstand längste und ein Zeichen dafür, dass im Wallis Ruhe eingekehrt ist. Nach dem Aufstieg von Sion 2006 in die Super League und vor der Rückkehr von Tholot im Sommer 2023 hatte Constantin durchschnittlich 3,5 Trainer pro Saison eingesetzt.
«Als Didier mit Mitte fünfzig hierherkam, hatte er den Ehrgeiz, die Girondins de Bordeaux, seinen Lieblingsverein, zu trainieren, als diese noch in der Ligue 1 spielten. Inzwischen, in seinem Alter, hat er verstanden, dass Sion sein letztes Zuhause im Fussball ist», sagt Constantin.
...und im Kader
Stichwort Kontinuität: Christian Constantin und sein Sohn Barthélémy, Sportdirektor des Vereins, haben es geschafft, die Mannschaft über den Sommer hinaus zusammenzuhalten. Leistungsträger wie Winsley Boteli, Théo Berdayes und Jan Kronig sind bis 2030 an den Verein gebunden. Mit dem 20-jährigen Mittelfeldspieler Fodé Sylla von Lens wurde das Team weiter verstärkt.
«Wir haben eine relativ junge Mannschaft, daher ist es das Ziel, den Kern des Teams zu behalten, damit wir uns spielerisch und ergebnistechnisch weiterentwickeln können», sagt Christian Constantin. «Wenn ich die Mannschaft im Sommer umbaue, erziele ich danach nie gute Ergebnisse. Wenn ich dasselbe Kader beibehalte, kann ich so weit wie möglich kommen, denn es herrscht schon ein Zusammenhalt.»
Am Sonntag zu Gast in Bern
Um gleichzeitig auf europäischer Bühne, in der Super League und im Schweizer Cup erfolgreich sein zu können, benötige er 21 gute Feldspieler, schätzt «CC», der sagt: «Wir sind nicht weit davon entfernt.» Einziger Wermutstropfen ist die Verletzung des Innenverteidigers Kreshnik Hajrizi, für den der Verein aktiv nach einem Ersatz sucht.
Die Stärke des Teams liegt gemäss Constantin im Zusammenhalt der Gruppe. «Didier und der gesamte Stab haben es geschafft, diesen Willen, sich gemeinsam zu verbessern, zu vermitteln. Und dahinter sorgt die Erfolgsdynamik für den Rest.»
Am Sonntag (14.00 Uhr) gastiert Sion im Wankdorf und damit an jenem Ort, wo die so erfolgreiche vergangene Saison mit einem spektakulären 3:3 ihr Ende fand. Es wäre ein Ausrufezeichen, wenn die Walliser ihre Ungeschlagenheit gegen die verstärkten Young Boys auf die neue Spielzeit ausdehnen könnten.