Weniger ausgabestarke Gäste reisen nach Zürich
Die Tourismusregion Zürich verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 1,4 Prozent weniger Logiernächte als in der Vorjahresperiode, heisst es aktuellen Konjunkturboard Zürich, das halbjährlich die konjunkturellen Entwicklungen des Kantons beurteilt.
Während der Heimmarkt und die europäischen Nahmärkte den Zürcher Tourismus stützten, gingen die Logiernächte bei internationalen Gästen aus Fernmärkten, die stark von Flugverbindungen über den Nahen Osten abhängig sind, besonders stark zurück. Die Logiernächte aus dem Ausland lagen im ersten Halbjahr über 3 Prozent tiefer als in der Vorjahresperiode.
Konkret gingen die Logiernächte von Gästen aus Indien im ersten Halbjahr um 28 Prozent zurück, jene aus Südostasien um 26 Prozent und jene aus den Golfstaaten um 14 Prozent, wie es weiter heisst. China verzeichnete ein Minus von 2 Prozent.
Wirtschaftlich besonders relevant seien dabei die Rückgänge bei den Gästen aus den Golfstaaten und China. Diese wiesen im Durchschnitt überdurchschnittlich hohe Tagesausgaben auf, heisst es.
Die Auswirkungen reichen über die Hotellerie hinaus: In einer Befragung von Zürich Tourismus unter Betrieben aus Beherbergung, Gastronomie, Detailhandel und weiteren tourismusnahen Branchen berichteten 44 Prozent der teilnehmenden Unternehmen von einer rückläufigen Nachfrage gegenüber dem Vorjahr.
«Vorsichtiger Optimismus»
Insgesamt präsentiert sich die Zürcher Gesamtwirtschaft weiterhin «verhalten, aber robust», heisst es weiter. Nach einem guten Start ins Jahr trübte sich die Geschäftslage zwischen April und Juni im Zuge der Eskalation im Nahen Osten leicht ein, heisst es.
Zu Beginn des dritten Quartals verbesserte sich die Situation deutlich. Die Geschäftslage der Zürcher Unternehmen sei so positiv wie zuletzt Mitte 2023, heisst es. Auch die Geschäftserwartungen verbesserten sich. Dies spreche für vorsichtigen Optimismus.