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UEFA wirft Infantino in offenem Brief «Täuschung» vor

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UEFA wirft Infantino in offenem Brief «Täuschung» vor

10. August 2026, 11:39 Uhr
FIFA-Präsident Gianni Infantino muss weiterhin viel Kritik einstecken
© KEYSTONE/AP/Martin Meissner
Drei Dachverbände zeigen gegen Gianni Infantino Zusammenhalt. Europa, Asien sowie Nord- und Mittelamerika erneuern ihre Kritik am Weltverband. Sie werfen Infantino Verantwortungslosigkeit vor.

Die Gegner von Gianni Infantino wollen den Druck auf den angezählten FIFA-Präsidenten hochhalten. In einem offenen Brief wendeten sich die Dachverbände von Europa (UEFA), Asien (AFC), Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik (CONCACAF) gemeinsam an die Öffentlichkeit. Die Kontinentalverbände bekräftigen ihre Kritik an Infantino und fordern weiter einen Neuanfang an der Spitze des Weltverbandes.

«Führung im Fussball ist kein Besitz. Es geht nicht darum, Macht zu haben - oder ihre Ausübung einzufordern. Sie ist eine Verpflichtung zum Dienst an der Fussball-Familie, die einem ihr Vertrauen schenkt», heisst es in dem Schreiben, das von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, AFC-Boss Salman bin Ibrahim Al Khalifa und CONCACAF-Chef Victor Montagliani unterzeichnet ist.

Infantinos gescheiterte Investorenpläne

«Wenn dieses Vertrauen durch Täuschung gebrochen wird, wenn sich jemand über das Kollektiv stellt, das ihn mit Verantwortung betraut hat, wurde diese Verpflichtung aufgegeben», kritisieren die drei Dachverbände.

Infantino steht massiv in der Kritik, die Forderungen nach seinem Rücktritt werden lauter. Der FIFA-Präsident wollte die Rechte an den Turnieren des Weltverbandes an private Investoren verkaufen. Nach massiver Kritik musste er das Vorhaben jedoch wieder aufgeben. Seither schwelt ein Machtkampf im internationalen Fussball.

In dem Brief wurde der Alleingang Infantinos bei seinen Plänen scharf kritisiert. «Ein Vorschlag, der in einem stark verkürzten Zeitrahmen vorangetrieben, ohne ernsthafte Konsultation erarbeitet und bis zu einer Frist angeschoben wurde, noch bevor die Mitgliedsverbände die Bedingungen angemessen prüfen konnten, ist nicht das Ergebnis eines Versehens, sondern Ausdruck eines bewussten Vorgehens, um eine Überprüfung einzuschränken», heisst es.

Verbände: Kein Verfahrensfehler, sondern Vertrauensbruch

Ceferin und Co. bezogen sich dabei auf ein Schreiben der FIFA, in dem Fehler bei den Investorenplänen eingeräumt wurden. «Es wurde nicht anerkannt, dass der Vorschlag an sich grundlegend falsch war. Nach wie vor fehlt jede Einsicht, dass der Versuch, eine Beteiligung an der WM zu verkaufen, ein gravierendes Fehlurteil war - nicht nur ein Verfahrensfehler, sondern ein grundlegender Vertrauensbruch gegenüber genau den Institutionen, denen die FIFA zu dienen verpflichtet ist», schreiben die Dachverbände.

Die drei Verbandschefs um Ceferin schlossen ihren Brief mit einem Appell an die so genannte Fussball-Familie: «Die Stärke des Fussballs lag stets in seiner Einheit. Wir rufen dazu auf, diese Einheit nun zu wahren - und für eine Führung einzustehen, die dem Fussball dient, statt ihn beherrschen zu wollen.»

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. August 2026 11:39
aktualisiert: 10. August 2026 11:39