Schweiz schickt Verteidigungsattaché nach Polen
Mit der Stationierung eines Verteidigungsattachés in Warschau könne die Schweiz «die Bedrohungslage in Nordosteuropa besser und früher beurteilen», teilte die Landesregierung am Freitag mit. Die neue Position in Warschau soll den Informationsfluss aus den sicherheitsrelevanten Staaten der Region verbessern und beschleunigen. Die «militärdiplomatische Sensorfähigkeit» vor Ort soll ausgebaut werden, wie es hiess.
Eine verbesserte Lageanalyse erlaube es, potenzielle Risiken mit Blick auf die Schweiz frühzeitig zu erkennen und fundiert zu beurteilen. Zudem werde die internationale Zusammenarbeit des eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) und der Armee gestärkt.
Insbesondere Nordosteuropa - darunter eben Polen sowie etwa die baltischen Staaten - gilt als kritische Region angesichts der sich verschlechternden sicherheitspolitischen Lage. Insbesondere die nordosteuropäischen Länder sehen sich hybriden Bedrohungen durch Russland oder Belarus ausgesetzt, die durch die Kombination militärischer, wirtschaftlicher, geheimdienstlicher oder propagandistischer Mittel zustande kommen. Wiederholt gab es in jüngerer Vergangenheit Zwischenfälle, etwa mit Drohnen.
Von Warschau aus sind laut dem Bundesrat auch weitere Seitenakkreditierungen in der Region möglich. Die für die neue Stelle erforderlichen Ressourcen werden nach Angaben des Bundesrates innerhalb des VBS kompensiert.
Die Schweiz verfügt derzeit über insgesamt zwanzig Verteidigungsattachés mit 52 Seitenakkreditierungen. Eine umfassende Präsenz in Nordosteuropa besteht gemäss Bundesrat noch nicht. Polen und Estland werden bisher von den Vertretungen in Deutschland und Stockholm aus betreut.
Von den zwanzig Schweizer Verteidigungsattachés sind momentan zehn in Europa stationiert, einer in Washington, vier im Nahen Osten und Afrika sowie fünf in der Region Asien und Ozeanien.