Schlag gegen Kinderpornografie und Betrug im Darknet
Mehr als 373.000 Seiten wurden abgeschaltet und 440 der rund 600 Tatverdächtigen bereits identifiziert, wie Justizministerium und Polizei des deutschen Bundesstaates Bayern mitteilten.
Nach dem mutmasslichen Kopf hinter dem Ganzen werde international gefahndet: Es handele sich um einen 35-jährigen Chinesen mit Wohnsitz in der Volksrepublik. Insgesamt werde weltweit gegen rund 600 Nutzer, die zwischen Februar 2020 und Juli 2025 auf kinderpornografischen Plattformen Zahlungen getätigt hätten, ermittelt. In Deutschland habe es Durchsuchungen gegen 14 Verdächtige in neun Bundesländern gegeben.
An der von der europäischen Polizeibehörde Europol koordinierten «Operation Alice» beteiligten sich 23 Staaten - neben europäischen Ländern auch die USA, Kanada und Australien.
Seit mehr als vier Jahren hatten die bayerischen Ermittler den Angaben zufolge eine Darknet-Plattform im Visier, auf der in letztlich betrügerischer Absicht vorrangig Abbildungen schwerer sexualisierter Gewalt gegen Kinder angepriesen wurden, um Interessierte zum Kauf weiterer Fotos und Videos zu animieren.
Auch wenn diese letztlich nicht geliefert wurden: «Die Fake-Shops warben mit echtem kinderpornografischem Material», betonte Bayerns Justizminister Georg Eisenreich. «Man darf nicht vergessen: Hinter jedem Bild, hinter jedem Video steht das unfassbare Leid eines Kindes.» Das Verfahren zeige auch, wie erschreckend gross die Nachfrage sei.