Polizei erwischt «Junge Tat» bei Aktion vor Zürcher Gericht
Neun Personen versuchten in der Nacht auf vergangenen Freitag, einen Slogan vor dem Zürcher Bezirksgericht auf den Boden zu schreiben. Sie wurden dabei von der Polizei verhaftet, wie die Stadtpolizei und die zuständige Staatsanwaltschaft am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilten. Nach Angaben der «Jungen Tat» wurde dabei flüssige Kreide verwendet.
Die nächtliche Aktion fand unmittelbar vor einem Gerichtsprozess gegen sechs Mitglieder der rechtsextremen Gruppierung «Junge Tat» statt. Wie zwei der Aktivisten in einem am Mittwoch veröffentlichten Video behaupteten, wollten sie unter anderem den Slogan «Familie statt Gender-Ideologie» anbringen. Dieser spielte auch bei einem der angeklagten Fälle eine Rolle.
Wegen Sachbeschädigung bestraft
Die Stadtpolizei Zürich war in jener Nacht nach einem Hinweis ausgerückt, dass Personen die Strasse anmalen würden. Die Einsatzkräfte nahmen daraufhin neun Personen fest und führten sie der Staatsanwaltschaft zu, wie die Polizei auf Anfrage von Keystone-SDA mitteilte. Die Staatsanwaltschaft bestrafte die Beschuldigten in der Folge per Strafbefehl wegen Sachbeschädigung, wie sie auf Anfrage mitteilte.
Über die Höhe der Strafen machten die Behörden keine Angaben. Die Strafbefehle sind noch nicht rechtskräftig. Gemäss dem Video der «Jungen Tat» sollen einzelne Mitglieder nach ihrer Festnahme bis zu drei Tage im Gefängnis verbracht haben, bevor sie mit den Strafbefehlen entlassen wurden.
Der Hauptprozess am Freitag fand wie geplant statt. Vor dem Bezirksgerichts standen unter anderem die beiden Leiter der Gruppe. Sie mussten sich wegen diverser Delikte verantworten.
Die Staatsanwaltschaft forderte für die beiden Anführer eine Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Sechs Monate davon sollen die Angeklagten gemäss dem Antrag effektiv absitzen, der Rest soll bedingt auf Bewährung ausgesprochen werden. Die Urteile des Bezirksgerichts stehen noch aus.