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Pariser Staatsanwaltschaft eröffnet fünf Verfahren wegen Babymilch

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Pariser Staatsanwaltschaft eröffnet fünf Verfahren wegen Babymilch

13. Februar 2026, 20:09 Uhr
Auch in der Schweiz ist Säuglingsnahrung verschiedener Hersteller mit dem Giftstoff Cereulid verunreinigt. Betroffen sind derzeit laut dem Bund gewisse Produkte der Marken BEBA, Alfamino, Bimbosan, Aptamil und Babybio. (Archivbild)
© KEYSTONE/DPA/ARMIN WEIGEL
Ein Fall von mit Giftstoff verunreinigter Babymilch wirft in Frankreich hohe Wellen. Die Staatsanwaltschaft in Paris hat nun fünf Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Säuglingsmilch eingeleitet, die mit Cereulid aus dem Bakterium Bacillus cereus kontaminiert ist.

Diese fünf Ermittlungen, die Milchprodukte der Hersteller Nestlé, Lactalis, Danone, Babybio und La Marque en moins betreffen, seien der Zentralstelle zur Bekämpfung von Umwelt- und Gesundheitsverstössen (Oclaesp) und der Nationalen Veterinär- und Pflanzenschutz-Ermittlungsbrigade (BNEVP) übertragen worden, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

Die Verfahren wurden demnach bereits am 30. Januar gestartet. Ermittelt werde dabei insbesondere wegen Täuschung über eine Ware, die eine Gefahr für die menschliche Gesundheit darstelle, wegen Nichtdurchführung eines Rückrufverfahrens für ein gesundheitsschädliches Produkt durch einen Lebensmittelhersteller oder wegen Gefährdung des Lebens anderer durch Verletzung einer gesetzlichen Sicherheits- oder Sorgfaltspflicht.

Hohe Komplexität

«Die Staatsanwaltschaft Paris hat aufgrund der Vielzahl von Beschwerden im gesamten Staatsgebiet und der technischen Komplexität der Ermittlungen zu regulatorischen und gesundheitlichen Aspekten beschlossen, sich mit dem Fall zu befassen», erklärte Staatsanwältin Laure Beccuau.

Weitere Ermittlungen würden unter der Leitung der örtlichen Staatsanwaltschaften hauptsächlich in den Städten Angers, Bordeaux und Blois fortgesetzt. Dabei solle festgestellt werden, ob ein Kausalzusammenhang zwischen dem Konsum von verunreinigter Milch und dem Tod beziehungsweise den Gesundheitsproblemen von Säuglingen besteht.

Der Skandal um Babymilch dauert seit Mitte Dezember an. Nach einem ersten Rückruf von Dutzenden von Babymilchchargen in rund 60 Ländern, darunter die Schweiz, durch Nestlé wegen des möglichen Vorhandenseins von Cereulid kam es weltweit zu einer Flut ähnlicher Rückrufe durch Hersteller wie Danone oder Lactalis, aber auch durch kleinere Akteure dieses boomenden Marktes.

In Frankreich wurden drei Todesfälle bei Säuglingen gemeldet, sowie etwa fünfzehn Spitalaufenthalte von Säuglingen, die von den Rückrufaktionen betroffene Milchprodukte konsumiert hatten. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt wurde jedoch noch kein kausaler Zusammenhang festgestellt, und die Untersuchungen dauern an.

Hintergrund ist gemäss der Industrie ein in Milchpulver als Zutat verwendetes und verschmutztes Öl eines Zulieferers aus China. Cereulid kann innert kurzer Zeit Durchfall und Erbrechen auslösen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 13. Februar 2026 20:09
aktualisiert: 13. Februar 2026 20:09