Suchtmittel

Minderjährige gelangen in der Stadt Zürich seltener an Alkohol

10. Januar 2024, 10:55 Uhr
In der Stadt Zürich wurden im vergangenen Jahr bei unangekündigten Testkäufen seltener Alkohol und Tabak an Jugendliche verkauft. Handlungsbedarf sieht die Stadt weiterhin beim Verkauf von Spirituosen an Minderjährige.(Symbolbild)
© KEYSTONE/GAETAN BALLY
Verkäuferinnen und Verkäufer haben 2023 die Jugendschutzgesetze in der Stadt Zürich besser beachtet als in früheren Jahren: Bei Testkäufen haben zu junge Jugendliche weniger Alkoholika und Tabakwaren erhalten - doch gerade an hochprozentige Spirituosen sind noch immer viele Minderjährige gekommen.

2023 führte die Stadt Zürich auf ihrem Gebiet eine Rekordzahl von 207 Alkoholtestkäufen durch, wie die Suchtpräventionsstelle am Mittwoch in ihrer Jahresbilanz mitteilte.

Bei diesen Testkäufen verkauften Händler in 51 Fällen Alkohol oder Tabakwaren an Minderjährige, was einer Quote von knapp 25 Prozent entspricht. Das ist eine Verbesserung gegenüber den Vorjahren, als die Verkaufsquoten bei 31 Prozent im Jahr 2022 und 49 Prozent im Jahr 2021 lagen.

Auffällig ist, dass die Quote der illegalen Verkäufe bei harten Alkoholika hochprozentig ist: In 45 Prozent der 49 diesbezüglichen Testkäufe gelangten 16- und 17-Jährige an Spirituosen. Im Vergleich zum Vorjahr entspreche dies zwar einer Verbesserung (2022: 66 Prozent), stellt die Stadt fest. Sie bezeichnet den Wert aber als «nach wie vor bedenklich». Bei Bier lag die illegale Verkaufsquote bei 21 Prozent, bei Tabakwaren bei 13 Prozent.

Strategie scheint erfolgreich

Seit 2005 führen die Suchtpräventionsstelle der Stadt Zürich, das Blaue Kreuz und die Stadtpolizei Zürich unangemeldete Testkäufe durch. Dabei versuchen Jugendliche unter 16 Jahren, Bier oder Tabak zu kaufen. Jugendliche unter 18 Jahren probieren, ob sie Spirituosen erwerben können.

Auf Nachfrage des Verkaufspersonals müssen die Jugendlichen ihr wahres Alter angeben und sich gegebenenfalls ausweisen. Bei Verstössen werden die Verkäufer sofort von der Polizei informiert und es wird ein Verfahren beim Stadtrichteramt eingeleitet.

Unangekündigte Testkäufe werden auch 2024 wieder durchgeführt, heisst es in der Mitteilung. Die Strategie mit Kontrollen und Sanktionen sowie Sensibilisierung «scheint sich langsam in weniger illegalen Verkäufen auszudrücken».

Quelle: sda
veröffentlicht: 10. Januar 2024 10:55
aktualisiert: 10. Januar 2024 10:55