Stadtbäume

Kronenfläche der Zürcher Stadtbäume nimmt weiter ab

5. Oktober 2023, 11:42 Uhr
Mit verschiedenen Massnahmen will die Stadt Zürich den Baumbestand in der Stadt stärker schützen und erweitern. (Symbolbild)
© KEYSTONE/ENNIO LEANZA
Bäume in der Stadt werden angesichts der Klimaerwärmung immer wichtiger. Aktuelle Messungen in der Stadt Zürich zeigen jedoch, dass die Baumkronenfläche in der Stadt abgenommen hat. Grund dafür sind rege Bautätigkeit und Naturereignisse.

Für den Stadtrat sind das keine guten Zeichen. «Die Zahlen sind schlecht», sagte Stadträtin Simone Brander (SP) am Donnerstag vor den Medien. Eigentliches Ziel wäre ein Bedeckungsgrad von 25 Prozent durch die Baumkronen. Seit 2014 hat diese Zahl jedoch um zwei Prozent auf 15,4 Prozent abgenommen.

Stark beeinträchtigt waren zuletzt Albisrieden und Schwamendingen, wegen der Bautätigkeit, aber auch wegen starkem Schneefall und einem Sturm im Jahr 2021. In Schwamendingen sind zwischen 2006 und 2019 rund 20 Prozent aller Grossbäume verschwunden.

Alle vier Jahre wird die Fläche der Baumkronen in der Stadt durch Messflüge mittels Laserabtastung der Oberfläche errechnet und die Daten anschliessend mit den Vorperioden verglichen. Die Kronenfläche ist die Summe aller von Bäumen beschatten Flächen.

Die aktuellen Daten zeigen, dass diese Flächen im Siedlungsgebiet von 2018 bis 2022 um 64 Hektar abgenommen haben. Das entspricht der Fläche von 90 Fussballfeldern. Mit verschiedenen Massnahmen wie Fördermöglichkeiten für Private, Erweiterung des Baumschutzes, Anpassung von Baunormen und zusätzlichen Pflanzungen will die Stadt nun gegensteuern.

135 Millionen für Hitzeminderung

Mit Privaten sucht die Stadt das Gespräch. So soll 2024 ein Aktionsprogramm starten, das Bäume auf Privatgrund erhält und fördert. Dabei gibt es Hindernisse wie den Grenzabstand von acht Metern. Für Bauherren gibt es eine Merkblatt, wie der Baumbestand zu schützen ist.

Bis 2035 will Zürich das Programm Stadtbegrünung umsetzen, wie es die jüngste Volksabstimmung vom September vorsieht. Mit 135 Millionen Franken sollen hitzemindernde Massnahmen gefördert und umgesetzt werden.

Quelle: sda
veröffentlicht: 5. Oktober 2023 11:42
aktualisiert: 5. Oktober 2023 11:42