Grégoire siegt in Locarno, Pogacar baut Gesamtführung aus
Am Tag nach seiner Machtdemonstration zum Auftakt in Sondrio überliess Tadej Pogacar die Bühne zunächst anderen. Im spannenden Finale mit zwei kurzen Anstiegen spulte der vierfache Tour-de-France-Sieger zwischenzeitlich sogar Tempo für seinen Teamkollegen Jhonatan Narvaez, doch als der dreifache Etappensieger des diesjährigen Giros nicht mehr mithalten konnte, nahm Pogacar selbst die Verfolgung der Ausreisser auf.
Am Ende fehlte bei hochsommerlichen Temperaturen im Tessin nur wenig. Der slowenische Überflieger erreichte das Ziel nach 157,7 Kilometern mit vier Sekunden Rückstand als Achter und baute seine Führung im Gesamtklassement weiter aus. Der Vorsprung auf den ersten Verfolger Richard Carapaz, den Olympiasieger von Tokio, beträgt nun bereits fast drei Minuten.
Für Interviews stand Pogacar nach den Siegerehrungen nicht zur Verfügung, da er sich kurz darauf auf den Weg ins Spital machte, um seine Stunden zuvor im Frauenrennen gestürzte Partnerin Urska Zigart zu besuchen.
Grégoire mit dem zweiten Streich
Den Tagessieg sicherte sich der Franzose Romain Grégoire, der 300 Meter vor dem Ziel den Schlusssprint lancierte und sich vor dem Spanier Marc Soler und dem Niederländer Bart Lemmen durchsetzte. Das Trio gehörte einer ursprünglich 14-köpfigen Ausreissergruppe an, in der auch der zweifache Weltmeister Julian Alaphilippe vom Schweizer Team Tudor vertreten war. Der Franzose erreichte das Ziel als 51. und damit hinter dem besten Schweizer Marc Hirschi, der als 39. mit gut zwei Minuten Rückstand klassiert wurde.
Für den 23-jährigen Grégoire war es bereits der zweite Etappensieg an der Tour de Suisse, nachdem er im Vorjahr das erste Teilstück in Küssnacht für sich entschieden hatte und danach vier Tage im Leadertrikot gefahren war.
Eine Chance für die Sprinter
Für die 3. Etappe macht die Tour de Suisse Halt in Bad Ragaz im St. Galler Rheintal. Das 157,4 km lange Teilstück dürfte den Sprintern die beste Chance auf einen Etappensieg bieten. Die Schwägalp, rund 95 km vor dem Ziel, stellt dabei die entscheidende Hürde dar. Wer dort den Anschluss verliert, wird im Kampf um den Tagessieg kaum mehr eine Rolle spielen.