FC Servette spielt im Heimstadion vor leerer Tribüne
Dies sei eine willkürliche und völlig unverhältnismässige Lösung, sagte Loïc Luscher, Kommunikationschef des FC Servette, dem Westschweizer Fernsehen und Radio RTS. Man bestrafe fast 3000 Abonnenten, die bei Heimspielen im Schnitt diese Tribüne besuchten, für die Tat einer einzigen Person.
Im Stadion reagierten die Fans des Genfer und Zürcher Vereins etwa fünfzehn Minuten nach Spielbeginn. Auf beiden Seiten wurden Transparente in Französisch und Deutsch hochgehalten, die sich gegen die Massnahme wandten.
Die Genfer Behörden hatten bereits am Dienstag angekündigt, dass die Nordtribüne für die Servette-Fans geschlossen bleibe. Sie reagierten damit auf das als «unverantwortlich» eingestufte Verhalten der Fans am vergangenen Wochenende.
Laut einer Mitteilung des Kantons wurden beim Spiel gegen den FC Sitten am vergangenen Samstag «koordiniert und massiv» pyrotechnische Gegenstände gezündet. Dadurch sei die Sicherheit der Zuschauer und der Spieler gefährdet worden - dies trotz der Massnahmen, die nach Ausschreitungen am Bahnhof Lausanne am 15. Februar ergriffen worden waren.
Damals entzündeten sich im Bahnhof Lausanne rund 40 Kabel, nachdem aus einem Zug mit Fans des FC Servette ein pyrotechnischer Gegenstand geworfen worden war. Insgesamt mussten die Teams der SBB rund 1000 Kabel neu anschliessen. Der Bahnverkehr war deswegen mehrere Tage stark beeinträchtigt.
Nach diesen Vorfällen war gegen den FC Servette für zwei Spiele bereits eine Massnahme der Stufe 2 des «Progresso»-Modells verhängt worden. Gemeint sind systematische Abtastungen und verstärkte Videoüberwachung. Diese Massnahmen bleiben in Kraft.
Die Situation hinderte Servette jedoch nicht daran, sich am Samstag mit 2:1 gegen den FCZ durchzusetzen und damit eine lange Durststrecke zu beenden. Der FC Servette hatte seit dem 26. Oktober keinen Sieg mehr vor seinen Fans gefeiert.