Nahrungsmittel

Emmi wächst 2023 nur noch halb so stark wie im Vorjahr

25. Januar 2024, 07:53 Uhr
Der Milchverarbeiter Emmi ist 2023 vor allem dank höheren Preisen gewachsen. (Archivbild)
© KEYSTONE/GAETAN BALLY
Emmi ist 2023 organisch zwar gewachsen, im Vergleich mit dem Vorjahr aber deutlich langsamer. In der Region Europa schrumpfte Emmi sogar.

Der Umsatz des Milchverarbeiters stieg um 0,3 Prozent auf 4,242 Milliarden Franken. Währungs- und Akquisitionseffekte herausgerechnet, ergab sich ein organisches Plus von 3,5 Prozent. Im Jahr davor hatte Emmi noch um 7 Prozent zugelegt. Mit 3,5 Prozent liegt das Unternehmen allerdings noch innerhalb der eigenen Erwartungen von 3 bis 4 Prozent organischem Wachstum.

Wie bereits im Vorjahr war dieses laut Mitteilung vom Donnerstag preisgetrieben. Sprich: Der Innerschweizer Milchverarbeiter hat für seine Produkte, zu denen beispielsweise das Caffè-Latte-Sortiment, die Käse-Marke Kaltbach oder Toni Joghurts gehören, höhere Preise verlangt. Diese seien jedoch «verantwortungsvoll» umgesetzt worden, heisst es.

Schweiz und Americas mit Wachstum

Zum organischen Wachstum trugen die beiden grössten Divisionen Schweiz und Americas bei. Am stärksten wuchs das Geschäft in der Region Americas, zu der Emmi neben den USA, Kanada, Mexiko, Brasilien und Chile auch Tunesien und Spanien dazu zählt. Diese Region legte organisch um 5,7 Prozent zu. Damit sei man allerdings leicht unter Erwartung, so Emmi.

«Im bedeutendsten Auslandsmarkt USA entwickelten sich die vorwiegend im Premium-Segment angesiedelten Käsespezialitäten aufgrund ihres hohen Preisniveaus und der angespannten Konsumentenstimmung insgesamt verhalten», heisst es zur Begründung. Und in Tunesien habe sich die Milchknappheit negativ auf den Umsatz im Segment Molkereiprodukte ausgewirkt.

Wachstumstreiber in der Division Americas war unter anderem das Fetageschäft in den USA - Emmi besitzt dort den grössten Fetaproduzenten Athenos. Und auch die gekühlten Premium-Desserts seien gut gelaufen in den USA. Zudem seien insbesondere die Märkte Chile, Mexiko, Spanien und Brasilien gewachsen.

Die Region Schweiz legte mit 3,8 Prozent organischem Wachstum deutlicher zu als Emmi erwartet hatte. Die Region ist mit einem Umsatzbeitrag von 41,5 Prozent nach wie vor die wichtigste Region, wird aber allmählich von Americas (40%) eingeholt.

In der Schweiz sei das Wachstum insbesondere auf Marken wie Emmi Caffè Latte, Emmi Energy Milk, Aktifit sowie Luzerner Rahmkäse und Gerber zurückzuführen. Zudem habe sich der von der Branchenorganisation Milch erhöhte Milchpreis und Erholung des Food Service-Geschäfts nach der Pandemie positiv auf das Wachstum ausgewirkt.

Europa schrumpft

Einen Rücksetzer gab es in der Division Europa, die um 0,4 Prozent organisch schrumpfte. Das Exportgeschäft mit Käse aus der Schweiz, insbesondere in Deutschland und in den Niederlanden, habe die Umsatzentwicklung gehemmt, heisst es zur Begründung. Dies führt Emmi auf die preis- und wechselkursbeeinflusste Eintrübung der Konsumentennachfrage. Sprich: Den dortigen Konsumenten waren die Schweizer Milchprodukte zu teuer.

Die Division Global Trade, in der Emmi vor allem Direktverkäufe und Entlastungsexporte aus der Schweiz zusammenfasst in Länder, in denen das Unternehmen keine eigenen Fabriken hat, musste einen organischen Rückgang um 5,7 Prozent hinnehmen. Die Einstellung des Russlandgeschäfts sowie leicht tiefere Absätze im asiatischen Raum hätten den Bereich Käse dort beeinflusst, heisst es. Die Division ist mit einem Umsatzbeitrag von weniger als 3 Prozent allerdings auch sehr klein.

Die Gewinnzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr werden dann am 29. Februar vorgelegt.

Quelle: sda
veröffentlicht: 25. Januar 2024 07:53
aktualisiert: 25. Januar 2024 07:53