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Dos Santos und Russell mit Weltrekord

Leichtathletik

Dos Santos und Russell mit Weltrekord

27. August 2026, 20:26 Uhr
Emma Zapletalova gewinnt überraschend nicht in Zürich
© KEYSTONE/EPA/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Weltrekorde der beiden Hürdenläufer Alison dos Santos und Masai Russell überstrahlen Weltklasse Zürich. Auch Julien Alfred und Anna Cockrell glänzen mit Weltklassezeiten.

Der Brasilianer Alison dos Santos hat bei Weltklasse Zürich über 400 Meter Hürden für ein sporthistorisches Ereignis gesorgt. In einem sensationellen Rennen stürmte er in 45,80 Sekunden zum Sieg und stellte damit einen Weltrekord auf. Er pulverisierte damit die alte Bestmarke von Karsten Warholm (45,94 Sekunden), die der Norweger am 3. August 2021 bei den Olympischen Spielen in Tokio aufgestellt hatte.

Mit diesem Fabellauf sicherte sich der Südamerikaner einen Check über 80000 US Dollar. Dos Santos verbesserte seine erst vier Tage zuvor in Chorzow aufgestellte Weltjahresbestzeit (46,43) nochmals deutlich. Den zweitplatzierten Warholm deklassierte er im direkten Duell förmlich: Der nunmehrige Ex-Weltrekordhalter blieb in 46,69 Sekunden zwar knapp unter seinem eigenen alten Meetingrekord von 2025 (46,70), war gegen den entfesselten Brasilianer auf den letzten Metern aber chancenlos. Das Podest komplettierte der Nigerianer Ezekiel Nathaniel mit deutlichem Abstand (47,50).

Der Weltrekord markiert den vorläufigen Höhepunkt in der Karriere des 26-jährigen Brasilianers. Dos Santos, im Juni 2000 in Sao Paulo geboren, gehört seit Jahren zur absoluten Weltspitze über die Langhürden. Seinen ersten grossen internationalen Titel feierte er 2022 bei den Weltmeisterschaften in Eugene, als er sich die Goldmedaille sicherte. Nach zweifachem olympischem Bronze in Tokio 2021 und Paris 2024 sowie einem fünften Platz bei den Weltmeisterschaften 2025 in Tokio krönt er sich nun mit der historischen Bestmarke endgültig zum unangefochtenen König seiner Disziplin.

Auch Russell läuft zu Weltrekord

Auch die US-Amerikanerin Masai Russell hat über 100 Meter Hürden einen Weltrekord aufgestellt. Die Olympiasiegerin von 2024 stürmte in herausragenden 12,09 Sekunden zum Sieg.

Russell, die im Vorjahr bereits den Nordamerikarekord an sich gerissen hatte, deklassierte die Konkurrenz deutlich. Die zweitplatzierte Nigerianerin Tobi Amusan überquerte die Ziellinie in 12,23 Sekunden und verzeichnete damit eine Saisonbestleistung. Das Podest komplettierte die Niederländerin Nadine Visser, die in 12,34 Sekunden ebenfalls eine Saisonbestleistung lief.

Olympiasiegerin Alfred läuft achtbeste Zeit

Ein hochklassiges Duell an der Spitze hat das 100-Meter-Rennen der Frauen geprägt. Die Olympiasiegerin von 2024 in Paris, Julien Alfred, sicherte sich den Sieg in herausragenden 10,70 Sekunden. Mit dieser Leistung stellte sie nicht nur einen neuen Landesrekord auf, sondern lief auch die achtbeste Zeit der Geschichte.

Die Sprinterin aus St. Lucia verwies die zeitgleiche US-Amerikanerin Melissa Jefferson-Wooden in einem extrem engen Rennen auf den zweiten Platz. Lediglich fünf Tausendstelsekunden trennten die beiden Kontrahentinnen nach der Ziellinie. Für Jefferson-Wooden, die mit ihrer Zeit eine starke neue Saisonbestleistung aufstellte, markiert dieses Fotofinish die erste Niederlage seit den olympischen Spielen.

Das Podest komplettierte die US-Amerikanerin Sha'Carri Richardson, die in 10,97 Sekunden deutlich hinter dem Spitzenduo ins Ziel kam, dicht gefolgt von der Jamaikanerin Tina Clayton (10,98).

Duplantis und Karalis im Weltrekord-Duell

Der schwedische Ausnahmeathlet Armand Duplantis hat den Stabhochsprung-Wettkampf mit übersprungenen 6,25 Metern für sich entschieden und damit einen Meetingrekord aufgestellt.

Sein schärfster Konkurrent war einmal mehr der Grieche Emmanouil Karalis. Die beiden liefern sich derzeit bei jedem Meeting packende Duelle auf allerhöchstem Niveau. Karalis überquerte 6,20 Meter direkt im ersten Versuch und feierte damit einen Landesrekord. Und schaffte es zusammen mit Duplantis insofern in die Geschichtsbücher, als zum ersten Mal überhaupt zwei Athleten im selben Wettkampf 6,20 Meter oder höher sprangen. Zum Abschluss des spektakulären Wettkampfs versuchten sich beide Athleten an der Weltrekordhöhe von 6,32 Metern, rissen die Latte auf dieser Höhe jedoch jeweils drei Mal.

Zapletalova stolpert

Ein dramatisches Finish prägte das Rennen über 400 m Hürden der Frauen. Die Amerikanerin Anna Cockrell sicherte sich den Sieg in herausragenden 52,13 Sekunden und stellte damit einen Meetingrekord sowie eine Weltjahresbestleistung auf.

Lange Zeit deutete alles auf einen weiteren Erfolg von Emma Zapletalova hin. Die Slowakin lag bis zur zweitletzten Hürde in Führung und war auf bestem Weg, ihre Ungeschlagenheit in diesem Jahr zu wahren. Doch dann hängte die Europameisterin von Birmingham an der Hürde ein, verlor völlig den Rhythmus und fiel auf den letzten Metern noch auf den sechsten Schlussrang (54,07 Sekunden) zurück. Für die Slowakin bedeutete dies die erste Niederlage der laufenden Saison.

Cockrell nutzte das Straucheln ihrer Konkurrentin aus und lief unangefochten zum Sieg. Wie stark die Leistung der US-Amerikanerin einzuschätzen ist, zeigt der direkte Vergleich: Mit ihren 52,13 Sekunden lief Cockrell exakt 17 Hundertstel schneller, als Zapletalova jemals gelaufen ist (persönliche Bestleistung: 52,30 Sekunden).

Hinter der überlegenen Siegerin komplettierten die US-Amerikanerin Dalilah Muhammad mit einer Saisonbestleistung (53,16) und die Jamaikanerin Rushell Clayton (53,17) das Podest. Die viertplatzierte Fatoumata Binta Diallo aus Portugal stellte in 53,30 Sekunden zudem einen Landesrekord auf.

Quelle: sda
veröffentlicht: 27. August 2026 20:26
aktualisiert: 27. August 2026 20:26