Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Meeting Weltklasse Zürich
Ist auch der Letzigrund im Bann von Audrey Werro?
Ja, das wird so sein. Seit ihren 800-m-Läufen nahe an den Weltrekord und dem EM-Gold in Birmingham nach einem Sturz im Halbfinal ist die Freiburgerin weit über die Leichtathletik-Szene hinaus bekannt und steht bei den Diamond-League-Meetings auch international im Fokus.
Die 22-Jährige trifft im Zürcher Letzigrund unter anderen auf die EM-Dritte Femke Broeders-Bol und die 1500-m-Europameisterin Georgia Hunter Bell. Die Olympiasiegerin Keely Hodgkinson hat diese Woche ihre Teilnahme abgesagt. Werro ist mit 1:53,80 Minuten die Jahresschnellste und nur noch 52 Hundertstel vom Weltrekord entfernt. Ob allerdings noch genügend Luft für eine weitere Steigerung vorhanden ist, muss sich weisen. Vergangenen Freitag an der Athletissima passierte die Schweizerin die 400-m-Marke auf Weltrekordkurs, konnte das Tempo aber nicht ganz halten und hielt auf der Zielgeraden Broeders-Bol nur knapp in Schach.
Welche Schweizer können sonst noch mit den Weltbesten ums Podest kämpfen?
Allen voran Simon Ehammer. Der EM-Zweite trifft im Weitsprung erneut auf den Olympiasieger und Europameister Miltiadis Tentoglou. Auch Angelica Moser gehört im Stabhochsprung nach fünf Diamond-League-Podestplätzen in dieser Saison zu den Anwärterinnen auf einen Spitzenplatz. Sie war bereits am Mittwochabend im Hauptbahnhof gestartet.
Sind sämtliche sieben Schweizer Medaillengewinner von Birmingham am Start?
Ja, neben Werro, Moser und Ehammer sind auch die übrigen vier Medaillengewinner am Start, allerdings nicht alle in ihrer EM-Disziplin. Die 4x100-m-Staffel der Frauen, die in Birmingham Silber gewann, steht nicht im Programm. Ihre Läuferinnen treten teilweise einzeln über 100 oder 200 m an. Für den 110-m-Hürden-Europameister Jason Joseph wurde ein Rennen ins Vorprogramm aufgenommen. Dominic Lobalu ist nach EM-Silber über 10'000 m ebenfalls im Einsatz. In Zürich läuft er über 3000 m, jene Distanz, auf der er mit 7:27,68 Minuten den Schweizer Rekord hält. Auch EM-Bronzegewinner Timothé Mumenthaler stellt sich über 200 m starker internationaler Konkurrenz.
Auf welches Schweizer Duell darf man besonders gespannt sein?
Auf die 100 m Hürden. Die Weltmeisterin Ditaji Kambundji trifft auf die Mehrkämpferin Annik Kälin. Kambundji sucht nach einer Oberschenkelverletzung noch ihre Bestform, Kälin hält mit 12,60 Sekunden dagegen die Schweizer Saisonbestzeit. Das Duell dürfte sich leicht hinter der Spitze abspielen, denn mit der Olympiasiegerin Masai Russell und der Weltrekordhalterin Tobi Amusan sind zwei internationale Schwergewichte dabei.
Welches internationale Duell sticht heraus?
Die 100 m der Frauen versprechen ein Spektakel: Die Olympiasiegerin Julien Alfred trifft auf die Weltmeisterin Melissa Jefferson-Wooden. Beim Diamond-League-Meeting vergangenen Sonntag im polnischen Chorzow setzte sich Jefferson-Wooden zuletzt in 10,78 Sekunden knapp gegen Alfred durch.
Gibt es wieder eine Weltrekord-Show von Duplantis?
Zumindest ist sie jederzeit möglich. Der Schwede hat den Weltrekord im Stabhochsprung bereits 15-mal verbessert, aktuell steht er bei 6,31 m. Zuletzt erhielt er allerdings ungewohnt starke Gegenwehr: Emmanouil Karalis übersprang in Lausanne 6,16 m und forderte Duplantis heraus. Dort liess der für Schweden startende Amerikaner anschliessend die Weltrekordhöhe auflegen, scheiterte aber recht deutlich. Für Duplantis geht es inzwischen zunächst um den Sieg.
Weshalb stehen dieses Jahr in Zürich nicht alle Diamond-League-Disziplinen im Programm?
Weil Weltklasse Zürich 2026 nicht den Diamond-League-Final ausrichtet. Dieser findet eine Woche später in Brüssel statt. Für zahlreiche Athletinnen und Athleten geht es im Letzigrund nicht nur darum, sich einen Finalplatz zu sichern. Heuer steht mit den Ultimate Championships in Budapest ein radikaler Neustart für die Leichtathletik an. Die Weltelite kämpft ohne Vorrunden direkt im Halbfinal oder gar Final und zum Teil mit einem neuen Modus um ein Rekordpreisgeld von 150'000 Dollar pro Disziplin. Dieser Event steht künftig in allen geraden Jahren zum Saisonabschluss im Programm. In den ungeraden Jahren findet die Dernière an der WM statt.