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Die Playoff-Viertelfinals versprechen Spektakel

National League

Die Playoff-Viertelfinals versprechen Spektakel

20. März 2026, 05:03 Uhr
Das Playoff-Fieber in der National League ist zurück
© KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI
Am Freitag starten in der National League die Playoff-Viertelfinals. Bis Ende April - und damit gut zwei Wochen vor Beginn der Heim-WM - wird feststehen, wer den Meisterpokal in die Höhe stemmen darf.

Sämtliche Serien werden im Best-of-7-Modus entschieden. Die Partien beginnen jeweils um 20.00 Uhr. Bei einem Unentschieden nach 60 Minuten folgt eine Verlängerung (fünf gegen fünf Feldspieler) bis zur Entscheidung durch das nächste Tor. Den Rekord auf Schweizer Eis hält die Partie zwischen Genève-Servette und dem SC Bern aus der Saison 2018/19, die erst nach 117:43 Minuten mit einem 3:2-Sieg der Berner endete.

In den Viertelfinals werden die Spieltage aufgeteilt. Das heisst, dass es ab Freitag mindestens eine Woche lang jeden Abend zwei Playoff-Spiele zu sehen gibt. Die Aufsplittung wird auch bis zu möglichen siebten Spielen beibehalten. In den Halbfinals (ab 4. April) werden alle Partien gleichzeitig angesetzt - jeweils mit einem Tag Pause dazwischen. Auch in der Finalserie (ab 18. April) wird der Zwei-Tages-Rhythmus beibehalten.

Die wichtigsten Fakten zu den Duellen in den Playoff-Viertelfinals im Überblick:

Davos (1.) - Zug (8.)

Davos und Zug spielten schon im vergangenen Jahr gegeneinander um den Einzug in die Halbfinals. Die Neuauflage steht unter deutlich veränderten Vorzeichen. Während sich Davos mit 117 Punkten souverän den Qualifikationssieg sicherte, musste der EVZ nach einer schwierigen Saison inklusive Trainerwechsel den Umweg über das Play-in nehmen. 42 Punkte trennten die beiden Teams nach 52 Runden. Im Vorjahr war das Viertelfinal-Duell zwischen dem Vierten (Zug) und dem Fünften (Davos) mit 4:0 Siegen eine klare Angelegenheit für den HCD. Die Zuger sinnen nun auf Revanche für das damalige bittere Ausscheiden.

Die Saisonbilanz spricht jedoch für den Rekordmeister. In Davos feierte der HCD zwei deutliche Siege (5:1, 4:1), während in den Zuger Heimspielen zweimal das Penaltyschiessen über den Gewinner entscheiden musste (je ein Sieg). Trotz der eklatanten Differenz in der Qualifikation setzt der EVZ auf den Playoff-Effekt und erfahrene Schlüsselspieler wie Leonardo Genoni, um gegen den Qualifikationssieger die Überraschung zu schaffen. Der HCD seinerseits ist auf seiner Jagd nach dem ersehnten 32. Meistertitel bestrebt, in dieser Serie so wenige Körner wie möglich liegen zu lassen.

Fribourg-Gottéron - Rapperswil-Jona Lakers (7.)

Wie der HCD kennt auch Fribourg-Gottéron seinen Viertelfinalgegner erst seit dem späten Mittwochabend. Playoff-Vergleiche aus der Vergangenheit gibt es nicht, ist das Duell mit den Lakers doch ein Novum. Die St. Galler, die sich das Viertelfinal-Ticket über zwei Play-in-Runden gesichert haben, hatten im Gegensatz zu allen anderen Teams keine Pause, was im weiteren Verlauf mit Blick auf den Energiehaushalt zum Nachteil werden könnte.

Die Saisonbilanz zwischen den beiden Teams ist mit zwei Siegen auf beiden Seiten ausgeglichen, wobei kurioserweise stets das Auswärtsteam gewann; dreimal davon mit lediglich einem Tor Unterschied. Personell ist Fribourgs Trainer Roger Rönnberg zu Umstellungen gezwungen. Die Freiburger müssen den verletzungsbedingten Langzeitausfall von Nationalstürmer Sandro Schmid verkraften und zudem weiterhin auf Spektakelmacher Marcus Sörensen verzichten. Bleibt die Frage: Gibt es für Gottéron im 86. Jahr des Bestehens den ersten Meistertitel dank der Nummer 86? Für Captain Julien Sprunger werden es die letzten Playoffs sein.

Genève-Servette (3.) - Lausanne (6.)

Zum ersten Mal in der knapp 40-jährigen Playoff-Ära kommt es zu einem Léman-Derby. Während die Serie die Romandie bereits vor dem ersten Puck-Einwurf elektrisiert, könnten die Vorzeichen kaum unterschiedlicher sein. Genève-Servette geht mit dem Selbstvertrauen von drei Siegen in Folge gegen den Kantonsrivalen (5:3, 7:3, 3:0) in die Viertelfinals. Damit rehabilitierten sich die Genfer für die empfindliche 0:11-Klatsche im ersten Saisonduell Mitte September.

Bislang hinkte der letztjährige Qualifikationssieger aus Lausanne seinen Leistungen hinterher. Dennoch hofft man bei den Waadtländern nach zwei verlorenen Playoff-Finals darauf, endlich den ersten Meistertitel der Klubgeschichte zu gewinnen - ein Kunststück zu schaffen, das Servette vor drei Jahren gelungen ist. Seither fanden die Playoffs jedoch zweimal ohne Genfer Beteiligung statt, was die Vorfreude bei Servettes Captain Noah Rod nicht mindert. «Es wird sehr intensiv, und die ganze Serie verspricht grosse Spiele. Dafür spielen wir Hockey, dafür lieben wir es.»

ZSC Lions (4.) - Lugano (5.)

Das Duell zwischen den ZSC Lions und dem HC Lugano gilt als der Playoff-Klassiker schlechthin. Die Historie dieses Vergleichs ist geprägt von geschichtsträchtigen Momenten wie dem «Sockelsturz» des Grande Lugano 1992 oder dem entscheidenden Meisterschuss von Adrien Plavsic im Jahr 2000. Während die Zürcher mit einem dritten Titel in Folge Historisches schaffen könnten - ein Kunststück, das in der Playoff-Ära bislang nur Lugano (1986 bis 1988) und Kloten (1993 bis 1996) gelang -, streben die Tessiner nach Jahren der Baisse den Befreiungsschlag an.

Seit dem verlorenen Final gegen den ZSC im Jahr 2018 hat Lugano keine Playoff-Serie mehr gewonnen und musste im Vorjahr gar in die Abstiegs-Playoffs. Mit der Verpflichtung des schwedischen Trainers Tomas Mitell folgten jedoch der Aufschwung und die beste Qualifikation seit fünf Jahren. Die Saisonbilanz spricht mit drei Siegen aus vier Spielen (9:3 Punkte) für die Lions, doch ZSC-Sportchef Sven Leuenberger mahnt zur Vorsicht. «Die Viertelfinalserie ist immer die schwierigste, die es zu überstehen gilt.»

Quelle: sda
veröffentlicht: 20. März 2026 05:03
aktualisiert: 20. März 2026 05:03