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«Der Schweizer Sport hat gesagt: Wir wollen das!»

24. November 2023, 19:48 Uhr
Urs Lehmann: «Die Schweiz will viel mehr, als wir in den letzten Jahren dachten, dass sie will»
© KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE
Skiverbands-Präsident Urs Lehmann gelingt es in Ittigen, das Schweizer Sportparlament zu überzeugen: Einstimmig wird entschieden, dass sich die Schweiz um die Olympischen Winterspiele 2030 bewirbt.

Urs Lehmann (54), ehemaliger Abfahrts-Weltmeister aus dem Aargau, ist die treibende Kraft dieser Pläne für Olympische Winterspiele 2030 in der Schweiz. Am Freitagabend durfte Urs Lehmann übers ganze Gesicht strahlen: Trotz zuletzt aufkommender Kritik an der vor anderthalb Monaten vorgestellten Machbarkeitsstudie nahmen die Schweizer Olympia-Pläne die Hürde Sportparlament mit einem Riesensatz. Urs Lehmann: «Der Schweizer Sport hat gesagt: ‹Ja, wir wollen das!›»

Das einstimmige Abstimmungsergebnis ist das eine. Die Unterstützung sämtlicher Verbände kam aber doch überraschend. Von den vielen Voten, die ergriffen wurden, tönte bloss eines halb-kritisch. Und primär die Sommersportverbände pochten auf den wuchtiges «Ja». «Dabei wussten wir», so Urs Lehmann, «nicht genau, wie unsere Idee bei den Sommersportverbänden ankommt.»

Wenn es Verbandsvertreter gab, die Bedenken hatten, gelang es Lehmann und seiner Crew, diese zu zerstreuen. Das Budget viel zu optimistisch? Lehmann: «Dieses Budget ist akkurater als die meisten, die ich gesehen habe.» Die Frage nach den Einnahmen? Lehmann: «Knapp die Hälfte aller Einnahmen kommen vom IOC.»

Für Urs Lehmann ist nach der 27. Versammlung des Sportparlaments klar: «Die Schweiz will viel mehr, als wir in den letzten Jahren dachten, dass sie will.»

Das neue Modell

Der Meinungsumschwung hängt natürlich mit dem neuen Modell zusammen, welches das IOC für Winterspiele vorsieht. Ein Modell mit weniger Gigantismus und viel mehr Nachhaltigkeit. Auch Lehmann erklärte noch vor zehn Monaten, dass er nicht daran glaube, dass Olympische Winterspiele in der Schweiz nochmals überhaupt ein Thema werden. Dann stellte das IOC im März einer Schweizer Delegation, der er auch angehörte, das neue Konzept vor - «und ich wurde sofort inspiriert».

Nicht nur die Schweiz sprang wieder auf den Olympia-Zug auf: Auch Frankreich und Schweden bewerben sich mit der Schweiz um die Winterspiele 2030, weil die Voraussetzungen so gut sind wie noch nie.

Vergabe nächsten Sommer

Die Schweizer Olympia-Pläne nahmen vor dem Sportparlament einen grossen, wichtigen Schritt. Aber der Weg bleibt lang und beschwerlich. Urs Lehmann: «Wir wissen: Es gibt drei Bewerber. Jetzt liegt es am IOC zu sagen, ob es uns auch unter den Bewerbern haben will. Alles, was kommt, liegt nicht mehr in unseren Händen.»

Schon nächste Woche will das IOC entscheiden, mit welchen Bewerbern es in die nächste Phase geht. Vergeben werden die Winterspiele 2030 schon im Sommer 2024, also in rund acht Monaten.

Quelle: sda
veröffentlicht: 24. November 2023 19:48
aktualisiert: 24. November 2023 19:48