Brunold und Stricker in der 1. Runde ausgeschieden
Mika Brunold muss auf dem Nebenplatz der St. Jakobshalle die Erfahrung machen, dass das Niveau auf der grossen ATP Tour im Vergleich zu den Challenger-Turnieren, auf denen er zuletzt so erfolgreich agierte, noch einmal ein ganz anderes ist. Der Weltranglisten-53. Nuno Borges ist beim 3:6, 1:6 in nur 62 Minuten eine Nummer zu gross.
Das ist die Momentaufnahme, die den 22-jährigen Baselbieter enttäuscht zurücklässt. Das grosse Bild ist aber positiv. Brunold, der als Nummer 191 des ATP-Rankings so gut klassiert ist wie noch nie, hatte bereits am Sonntagnachmittag ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Er verlor in der zweiten Runde der Qualifikation gegen den Tessiner Rémy Bertola und erhielt, kaum vom Platz gekommen, die erfreuliche Nachricht, dass er als Lucky Loser nachrutschen kann. So kommt er 24 Stunden später zu seinem Debüt auf der ATP Tour.
Physisch nicht top gefühlt
Dort fühlt er sich aber physisch nicht so gut wie gewünscht und gerät nach einer schnellen 2:0-Führung auch bei eigenem Aufschlag meist in Rücklage. «Es war eine coole Atmosphäre», sagt Brunold und hebt das Positive seiner Premiere hervor. «Aber gegen diese Spieler braucht es eine sehr gute Leistung. Sie finden einfach viele Lösungen, sind solide und machen weniger Fehler.» Eine solch optimale Leistung gelingt dem jungen Schweizer diesmal nicht.
In den letzten Monaten zeigte sein Weg aber steil nach oben. Innert sechs Wochen verbesserte sich Brunold auch dank zwei Challenger-Turniersiegen und mit dem neuen Coach italienischen Coach Gianluca Carbone von Position 410 in die Top 200. Damit ist er aktuell hinter Stan Wawrinka der zweitbeste Schweizer Tennisspieler.
Dank Outing die Persönlichkeit entwickelt
So sorgt er nun auch sportlich für Aufsehen, nachdem er vor einem Jahr mit seinem Bekenntnis, schwul zu sein, für Schlagzeilen gesorgt hatte. Das Outing zeigt auch auf dem Platz einen positiven Effekt. «Es liegt sicher nicht nur daran», sagt er. «Aber es hat die Tür geöffnet, meine Persönlichkeit zu entwickeln. Das sicher auch auf dem Platz geholfen.»
Nun öffnen sich für Brunold auch sportlich neue Türen. Er wird bei den meisten ATP-Turnieren die Qualifikation spielen können und plant nun auch mit dem Australian Open Anfang nächstes Jahr. In zwölf Monaten will er dann bei den Swiss Indoors direkt im Hauptfeld stehen, ohne eine Wildcard zu brauchen. Die eingeschlagene Richtung stimmt jedenfalls.
Stricker in drei Sätzen ausgeschieden
Näher an einer Überraschung ist Dominic Stricker (ATP 253). Bis zum Stand von 5:6 im zweiten Satz gesteht er dem Norweger Casper Ruud (ATP 25) keine Breakchance zu. Am Ende verliert der 24-jährige Linkshänder in knapp zwei Stunden aber 6:4, 5:7, 3:6.
2022 und 2024 hatte Stricker in Basel die Achtelfinals und im Jahr dazwischen nach einem Sieg gegen den damaligen Top-Ten-Spieler sogar die Viertelfinals erreicht. An sein früheres Leistungsvermögen kann der Berner aber schon länger nicht mehr anknüpfen.