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Ben Shelton mit viel Power, aber auch Luft nach oben

Swiss Indoors

Ben Shelton mit viel Power, aber auch Luft nach oben

29. Oktober 2026, 05:01 Uhr
Ben Shelton überzeugt in seiner Erstrundenpartie in Basel mit seinem Aufschlag
© KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS
Jérôme Kym blickt im Achtelfinal der Swiss Indoors einer besonders hohen Hürde entgegen: Mit dem topgesetzten US-Amerikaner Ben Shelton wartet einer der Aufsteiger des Jahres.

Es ist ein hartes Stück Arbeit für eine Erstrundenpartie: Drei Tiebreaks und 2:40 Stunden dauert es, bis Shelton seinen Landsmann Aleksandar Kovacevic niederringt, der in der Weltrangliste 80 Plätze tiefer klassiert ist. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg in der Basler St. Jakobshalle ist sein Aufschlag. Gleich 44 Asse gelingen Shelton. Demgegenüber stehen 13 seines Gegners.

«Pretty excited» sei er, sagt Shelton auf diesen überragenden Wert angesprochen. Er sei mit dem Ziel in die Hallensaison gestartet, seinen Aufschlag zu verbessern. «Wir haben die Technik etwas angepasst, und ich versuche, präziser statt schneller aufzuschlagen.» Dass ihm dies nun so gut gelungen sei, freue ihn. Denn: «So gewinnt man auf schnellen Hallenplätzen.»

Hochs und Tiefs wechseln sich ab

Das Turnier in Basel folgt sechs Wochen nach seinem erstmaligen Finaleinzug bei einem Grand-Slam-Turnier. Am US Open schaffte es Shelton auch dank eines epischen Fünfsatzsiegs gegen Carlos Alcaraz bis ins Endspiel, das er dann gegen Alexander Zverev verlor. Dieser Exploit brachte den Linkshänder in der Weltrangliste auf Platz 4. So gut war er noch nie klassiert.

Es seien die schönsten zwei Wochen gewesen, die er je bei einem Turnier erlebt habe, sagte der 24-Jährige vor seinem Auftritt in Basel. Fast wäre ihm die Krönung eines bereits eindrücklichen Jahres mit vier Turniersiegen auf drei verschiedenen Belägen gelungen. «Trotzdem sehe ich bei mir in erster Linie noch viel Luft nach oben», so Shelton. Denn der in Atlanta geborene Profi kämpft weiterhin mit der Konstanz. Das zeigt sich besonders bei den Grand-Slam-Turnieren: Viertelfinal am Australian Open, zweite Runde am French Open, erste Runde in Wimbledon und dann der Befreiungsschlag in New York.

Allerdings schien Shelton auch nach dem jüngsten Exploit in ein kleines Loch gefallen zu sein. Vor Basel resultierten aus vier Spielen drei Niederlagen.

Mit dem Vater als Trainer

«Ich denke, dass ich mich noch in vielen Bereichen verbessern kann», sagt Ben Shelton. Dabei kann er auf die Unterstützung eines besonderen Trainers zählen: seines Vaters Bryan, der selbst Tennisprofi war und Anfang der 1990er-Jahre bis auf Platz 55 der ATP-Weltrangliste vorstiess.

Das Erfolgsrezept dieser Zusammenarbeit sei kein Geheimnis. «Er weiss, wie er mit mir arbeiten muss, was er in bestimmten Momenten sagen oder besser nicht sagen sollte und wie er mich motivieren kann», sagt Ben Shelton über seinen 60-jährigen Vater. Gemeinsam analysieren sie nach den Spielen intensiv die Statistiken, um Schwächen in Sheltons Spiel zu erkennen und gezielt anzugehen.

So konnte sich Ben Shelton zwar über die 44 Asse gegen Kovacevic freuen, die 31 unerzwungenen Fehler (Kovacevic: 13) dürften ihm und seinem Vater allerdings zu denken geben.

Diese Zahl gilt es gegen Kym zu reduzieren - auch wenn Shelton gegen den Aargauer (ATP 222) klarer Favorit ist. Dann könnte Shelton zwei Jahre nach seiner überraschenden Finalniederlage gegen Giovanni Mpetshi Perricard doch noch einen Titel in Basel feiern.

Quelle: sda
veröffentlicht: 29. Oktober 2026 05:01
aktualisiert: 29. Oktober 2026 05:01