Aussergewöhnliche Sonnenfinsternis: Wo die Sicht am besten ist - und wie ich OHNE Brille schaue
Statt direkt in die Sonne zu glotzen - besser auf dem Handy schauen!
Ohne zertifizierte Schutzbrille empfiehlt es sich besser die Sonnenfinsternis per Livestream auf dem Handy zu schauen - auf keinen Fall sollte man direkt in die Sonne blicken, warnen Experten. Weil man ja auch so draussen stehen kann und spürt, wie es um einen herum dunkel wird und dazu direkt das Spektakel per Handy sieht - sollte man auch auf diese Weise die Sonnenfinsternis sehr intensiv erleben - und dies ohne Risiko. Hier sieht man die Sonnenfinsternis direkt aus Schweizer Perspektive vom Berner Jura aus:
Ausserdem auch eindrucksvoll: ZDF/Terra X zeigt hier ab 20 Uhr live aus Mallorca mehrere Perspektiven der dort totalen Sonnenfinsternis
Die ESA macht eine Liveübertragung vom Observatorio Astrofísico de Javalambre, Teruel (Spanien)
Die NASA zeigt die Sonnenfinsternis in ihrem offiziellen Youtube-Channel aus mehreren Perspektiven der Erde:
Um welche Zeit findet die Sonnenfinsternis in der Schweiz statt?
Der erste Kontakt des Mondes mit der Sonnenscheibe lässt sich in der Region Bodensee ab etwa 19.24 Uhr beobachten. Ihren Höhepunkt erreicht die Verfinsterung kurz vor dem Ende des Ereignisses, das mit dem Sonnenuntergang gegen 20.45 Uhr in Genf zusammenfällt. Je nach Standort verdeckt der Mond dabei zwischen 91 Prozent (in der Bodenseeregion) und 93 Prozent (in Genf) der Sonne. Im Central-Land geht es um ca. 19.30 Uhr los und endet überall mit Sonnenuntergang.
Von wo aus ist sie am besten sichtbar?
Entscheidend für die Wahl des Beobachtungsorts ist ein freier Blick in Richtung Westen und Nordwesten, weil da die Sonne zu diesem Zeitpunkt bereits sehr tief steht, wie Marc Eichenberger, Präsident der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft (SAG) auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärt. «Die Gipfel der Voralpen oder auch das Mittelland sind sehr gut geeignet - wenngleich man auch dort stets darauf achten muss, dass kein Hügel oder sonstiges Hindernis die Sicht nach Westen-Nordwesten versperrt», so Eichenberger. Tiefe Bergtäler seien hingegen klar im Nachteil, weil umliegende Bergketten die Sonne vorzeitig verdeckten.
Mit www.sunsetatlas.ch könnt ihr überprüfen, wie gut sich euer Standort eignet.
Spielt das Wetter mit?
Die Wetterbedingungen sehen gemäss den Prognosen von Meteoschweiz gut aus. Wolken dürfte es insbesondere im Mittelland kaum geben. In den Alpen könnten Gewitterwolken die Sicht einschränken.
Reicht eine Sonnenbrille, um die Finsternis zu beobachten?
Nein, Sonnenbrillen sind für die Beobachtung der Sonnenfinsternis nicht geeignet. Zertifizierte Sonnenfinsternis-Brillen sind unverzichtbar.
Der Blick zur Sonne durch ein ungeschütztes optisches Instrument wie Ferngläser oder Fernrohre «wird in Sekundenbruchteilen zur Erblindung führen», warnt die SAG. Dies gelte auch, wenn die Sonne teilweise durch den Mond verdeckt werde. Wer keine spezielle Brille hat schaut definitiv besser auf dem Handy (Links siehe oben). So erlebt man ebenso wie es dunkel wird und hat auf dem Handy besten Blick darauf, was am Himmel passiert (evtl. leicht zeitverzögert, was dem Erlebnis aber nicht schaden sollte - allemal besser als Schäden davon zu tragen).
Der Beginn der Finsternis ist auch in Luzern zu beobachten. In der Sternwarte Hubelmatt versinkt die Sonne leider bereits um 20.02 Uhr am Horizont, also vor der maximalen Phase. Die Sternwarte ist trotzdem bereits ab 19.00 Uhr offen. Als Alternative zu empfehlen ist auch die Live-Beobachtung auf der Lidowiese. Das Verkehrshaus führt einen Watching-Event durch. Der Abend startet mit der Show Planetarium Live Spezial und danach geht es bei schönem Wetter nach draussen.
Beobachten in der Sternwarte oder auf der Lidowiese
Ich bin am 12. August verhindert. Wann gibt es die nächste Chance, eine Sonnenfinsternis zu beobachten?
Wer das Spektakel verpasst, muss sehr lange warten: Eine partielle Sonnenfinsternis dieser Grössenordnung ist in der Schweiz erst wieder im Jahr 2075 zu sehen. Dass solche Ereignisse lokal so selten sind, liegt am schmalen Schatten des Mondes, der nur einen etwa 150 bis 200 Kilometer breiten Streifen auf der Erde abdeckt. Dass dieser Streifen genau die Schweiz trifft, ist reine Glückssache. Global betrachtet treten Sonnen- und Mondfinsternisse zwar etwa alle sechs Monate auf, erfordern jedoch die Bereitschaft, an den jeweiligen Ort des Geschehens zu reisen. Die letzte totale Sonnenfinsternis auf Schweizer Boden fand 1842 im Tessin und Puschlav statt.