Gedenkanlass

Aufruf zu Menschlichkeit am Gedenkanlass zum Basler Pogrom von 1349

16. Januar 2024, 20:35 Uhr
Juden wurden jahrhundertelang immer wieder zu Sündenböcken gemacht - auch in Basel. Im Spätmittelalter für die Pest. Zwischen 1346 und 1353 fielen der Seuche schätzungsweise 25 Millionen Menschen zum Opfer - ein Drittel der damals auf dem europäischen Kontinent lebenden Bevölkerung. (Symbolbild)
© KEYSTONE/DPA/ROBERT MICHAEL
In Anwesenheit der Basler Regierung und Vertretern der christlichen Landeskirchen haben die jüdischen Gemeinschaften des Basler Pogroms von 1349 gedacht. Dabei wurde betont, dass angesichts der Gräueltaten von einst die jüdische Gegenwart nicht vergessen gehen sollte.

Der Gedenkanlass zum 675. Jahrestag des Massenmords an Jüdinnen und Juden im Basler Rathaus war von der Israelitischen Gemeinde Basel, der Liberalen Jüdischen Gemeinde Migwan, dem Zentrum für Jüdische Studien der Universität Basel und dem Jüdischen Museum in Zusammenarbeit mit dem Präsidialdepartement Basel-Stadt organisiert worden.

Basel sehe sich in einer besonderen Verantwortung, sagte der interimistische Regierungspräsident Lukas Engelberger (Mitte). Dies, weil als gesichert gelte, dass der Basler Rat zum Massenmord aufgerufen hatte. Die Regierung werde ein öffentliches Erinnerungszeichen installieren.

Der Basler Bischof Felix Gmür sagte, dass man des Pogroms vor 675 Jahren nicht gedenken könne, ohne das Massaker der palästinensischen Hamas in Israel vom 7. Oktober vor Augen zu haben.

Quelle: sda
veröffentlicht: 16. Januar 2024 20:18
aktualisiert: 16. Januar 2024 20:35