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Auch zwei verletzte NHL-Stars helfen im Schweizer Team mit

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Auch zwei verletzte NHL-Stars helfen im Schweizer Team mit

24. Mai 2026, 09:54 Uhr
«Sehr dankbar, hier sein zu dürfen»: Kevin Fiala kann zwar nicht auf dem Eis mitwirken, er ist an der Heim-WM aber trotzdem bei der Mannschaft
© KEYSTONE/ANDREAS BECKER
Die NHL-Stars Kevin Fiala und Jonas Siegenthaler sind trotz Verletzungen beim Schweizer Team dabei und unterstützen es tatkräftig. Das spricht für den grossen Zusammenhalt in der Mannschaft.

Kevin Fiala steht in T-Shirt und kurzer Hose in der Mixed Zone in der Arena in Zürich. Nachdem der Teamarzt der Los Angeles Kings dem NHL-Stürmer am Mittwochmorgen Ortszeit grünes Licht für die Reise in die Schweiz gegeben hatte, buchte er umgehend Flugtickets für den Abend. «Ich bin sehr dankbar, hier sein zu dürfen», sagt er.

Fiala zog sich im Februar an den Olympischen Winterspielen im zweiten Vorrundenspiel gegen Kanada eine Fraktur im linken Unterschenkel zu. Er schaute jedoch rasch wieder vorwärts, setzte sich neue Ziele und arbeitete hart daran, noch in dieser Saison sein Comeback geben zu können. Drei Tage vor dem WM-Start am vorletzten Freitag stand er noch auf dem Eis - «ich war sehr nah dran», sagt er.

Auf die Frage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, ob er an der WM habe spielen wollen und die Kings Nein gesagt hätten, antwortet er: «Es ist kompliziert, ich möchte nicht ins Detail gehen. Aber letztendlich ist es so das Beste, es sollte nicht sein. Ich kämpfte bis zur letzten Woche für die WM-Teilnahme, darum war es noch härter, dies zu akzeptieren. Ein Traum ist geplatzt, es war sozusagen von hundert auf null.»

Es ist für Fiala nicht der erste grosse Rückschlag. Unter anderem hat er vor der WM 2025 ein ungeborenes Kind verloren. In diesem März wurde er dann doch noch zum zweiten Mal Vater. «Akzeptieren ist sehr, sehr wichtig. Ich kann nicht ein, zwei Monate traurig sein - vor allem nicht mit zwei Kindern.»

Siegenthaler überrascht vom Befund

Jonas Siegenthaler reiste nach dem Scheitern mit den New Jersey Devils in der NHL-Qualifikation so rasch wie möglich in die Schweiz und ging davon aus, an der Heim-WM teilnehmen zu können. Zwar stand das Ergebnis einer MRI-Untersuchung noch aus, doch weil er die Saison trotz Symptomen durchspielen konnte, rechnete der 29-jährige Verteidiger nicht damit, dass eine Operation am Nacken erforderlich sein würde. Es sei ein überraschender Befund gewesen. Bei anderen hätte eine solche Verletzung andere Auswirkungen, erklärt Siegenthaler. Wann es passiert ist, konnte er nicht sagen, es sei auch auf Abnutzungen zurückzuführen.

Die Operation liess Siegenthaler in den USA vornehmen, am Freitag kehrte er zurück und ist seither wieder beim Team dabei. Zu sehen ist einzig ein Pflaster am Hals. «Es ist alles gut verlaufen, wie nach Plan, ich habe nun einen neuen Nacken», sagt der Zürcher und lacht. Seine jetzige Rolle in der Schweizer Equipe umschreibt er folgendermassen: «Ich bin der Mann für alles. Eine genaue Funktion habe ich nicht. Ich bin hier, um den Jungs, dem Staff auf und neben dem Eis zu helfen - bin bereit, alles zu tun.»

Beim Team ist Siegenthaler allerdings nicht untergebracht - wie auch Fiala, der mit seiner Frau und den Kindern in einem anderen Hotel wohnt. Auch der ebenfalls verletzte Andrea Glauser unterstützt die Mannschaft vor Ort. Das zeugt davon, dass die Schweizer wirklich ein Team sind. «Einige kennen sich schon seit Juniorenzeiten», sagt Siegenthaler. «An den letzten Weltmeisterschaften hatten wir mehrheitlich die gleiche Mannschaft. Ich glaube, das spricht für sich, und deshalb sind wir Verletzten auch hier.»

Fiala von Atmosphäre begeistert

Der enorme Zusammenhalt ist für ihn denn auch mit ein Grund, dass die Spieler nach den unruhigen Tagen aufgrund der Absetzung von Patrick Fischer Mitte April als Cheftrainer - ihm wurde ein gefälschtes Covid-Zertifikat zum Verhängnis - rasch wieder den richtigen Fokus fanden. «Sie haben das sehr gut gehändelt», sagt er Respekt zollend.

Für Fiala ist die Nationalmannschaft «eine grosse Familie. Es fühlt sich an, als würden wir jedes Jahr noch enger zusammenrücken. Für mich war es sehr, sehr wichtig, auch als Verletzter diese Heim-WM nicht zu verpassen. Ob es mich braucht, weiss ich nicht. Ich gebe einfach meine Liebe, meine Energie, meine Power.»

Gegen Grossbritannien am Donnerstag feuerte Fiala seine Teamkollegen erstmals in Zürich als Edelfan an und war begeistert von der Atmosphäre: «Ich war schon an vielen Weltmeisterschaften, und das war die beste Stimmung, die ich je erlebt habe.» Wer weiss, vielleicht sind die enthusiastischen Zuschauer nach vier WM-Silbermedaillen seit 2013 ja das fehlende Puzzleteil zum Titel.

Quelle: sda
veröffentlicht: 24. Mai 2026 09:54
aktualisiert: 24. Mai 2026 09:54