Holocaust

Antisemitismus muss laut Amherd entschlossen bekämpft werden

26. Januar 2024, 13:46 Uhr
Jüdische Menschen besuchen das Vernichtungslager Auschwitz in Polen. (Archivbild)
© KEYSTONE/AP/Czarek Sokolowski
Antisemitismus muss mit aller Kraft bekämpft werden. Das hat Bundespräsidentin Viola Amherd zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts gesagt. Die Erinnerungen daran und an die Opfer des Nationalsozialismus seien eine historische Verantwortung.

«Die Zunahme des Antisemitismus im Lichte der terroristischen Angriffe der Hamas gegen die israelische Zivilbevölkerung vom 7. Oktober 2023 muss deshalb entschlossen und mit aller Kraft bekämpft werden», sagte Amherd anlässlich des Jahrestag der Befreiung von Auschwitz am Samstag.

Unabhängig vom israelisch-palästinensischen Konflikt oder den Militäroperationen in Gaza und anderen besetzten Gebieten sei es inakzeptabel, dass in der Schweiz jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger angegriffen würden oder sich bedroht fühlten, wurde Amherd in der Mitteilung des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) zitiert. Antisemitismus habe wie andere Formen des Hasses gegen Personen aufgrund ihrer Rasse, Ethnie oder Religion keinen Platz in einer demokratischen Gesellschaft.

Demonstration befremdet den SIG

Auch für den Generalsekretär des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds (SIG), Jonathan Kreutner, ist der Gedenktag zusätzlich geprägt von den Ereignissen des 7. Oktobers 2023, «die für viele Menschen in Israel, aber auch für die Jüdinnen und Juden in der Diaspora, einen bleibenden Schock bedeuten».

Dass in Zürich gleichentags eine pro-Palästina-Demonstration stattfinde, befremde den SIG sehr, schrieb er auf Anfrage. Die Verwendung des antisemitischen Kampfbegriffs «From the river to the sea» im Demoaufruf fordere die Auslöschung Israels. Es sei erschreckend, dass eine Forderung nach Frieden derart untergraben werde. Demonstrierende sollten sich klar davon distanzieren.

Nationalratspräsident Eric Nussbaumer (SP/BL) twitterte anlässlich des Gedenktages, dass Bildung eine wichtige Rolle im Kampf gegen Antisemitismus und das Vergessen des Holocaustes spiele.

Am 27. Januar 1945 befreite die sowjetische Rote Armee das Nazi-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Das Vernichtungslager westlich von Krakau in Polen war eines von mehreren Vernichtungs- und Konzentrationslagern im Machtbereich des nationalsozialistischen Deutschlands, wo mindestens sechs Millionen Juden aus ganz Europa auf deutschen Befehl ermordet wurden, neben Sinti und Roma, Homosexuellen, politischen Gefangenen und anderen Verfolgten.

Quelle: sda
veröffentlicht: 26. Januar 2024 13:46
aktualisiert: 26. Januar 2024 13:46