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Zürcher Gericht verurteilt Judenangreifer zu einem Jahr Gefängnis

Antisemitismus

Zürcher Gericht verurteilt Judenangreifer zu einem Jahr Gefängnis

7. Juli 2026, 13:41 Uhr
Ein Jugendlicher wurde für seinen Messerangriff auf einen orthodoxen Juden am Dienstag vom Jugendgericht Dielsdorf verurteilt. (Archivbild)
© KEYSTONE/MICHAEL BUHOLZER
Das Jugendgericht Dielsdorf ZH hat am Dienstag einen Jugendlichen zu einem Jahr Gefängnis wegen mehrfachen versuchten Mordes verurteilt. Der zur Tatzeit 15-Jährige hatte 2024 einen orthodoxen Juden in Zürich niedergestochen.

Die Freiheitsstrafe wird jedoch zugunsten einer Unterbringung aufgeschoben. Der Richter hielt bei der Begründung der Verurteilung fest: «Das Töten von Juden, nur weil sie Juden sind, ist skrupellos.» Von der mehrfachen Drohung sprach das Gericht den Beschuldigten frei.

Der damals 15-Jährige Schweizer mit tunesischen Wurzeln hatte am 2. März 2024 in der Stadt Zürich auf offener Strasse mit einem Messer einen orthodoxen Juden lebensgefährlich verletzt. Zuvor soll er versucht haben, in eine Synagoge einzudringen, um Juden zu töten. Der Jugendliche soll sich über das Internet radikalisiert haben und sich zum «Islamischen Staat» bekannt haben.

Verteidiger forderte Haftentlassung

Die Jugendanwaltschaft warf dem jungen Mann laut Anklageschrift mehrfach versuchten Mord, Unterstützung einer kriminellen Organisation und Aufruf zu Diskriminierung und Hass vor. Sie beantragte, den jungen Mann mit einem Freiheitsentzug von einem Jahr zu bestrafen. Zudem forderte sie verschiedene Schutzmassnahmen.

Der Verteidiger forderte eine Verurteilung wegen versuchter vorsätzlicher Tötung statt wegen Mordes. Vom Vorwurf, sein Klient habe weitere Personen ermorden wollen, sei dieser freizusprechen. Er forderte, der Beschuldigte sei zu einer sechsmonatige Freiheitsstrafe zu verurteilen, die er nicht absitzen müsste. Das Gericht solle eine persönliche Betreuung und eine ambulante Behandlung anordnen.

Quelle: sda
veröffentlicht: 7. Juli 2026 13:41
aktualisiert: 7. Juli 2026 13:41