Zürcher FDP reicht Rekurs gegen Schliessung des Kinos Corso ein
Die Stadt Zürich gab vergangene Woche bekannt, dass in den Kinosälen ein «Eventhaus» entstehen soll. Das sei ein «dramatischer Eingriff», schreibt die FDP in einer Mitteilung vom Dienstag. Zwei Gemeinderatsmitglieder seien darum an den Bezirksrat gelangt.
Der Stadtrat wolle die zusätzlichen 5 Millionen Franken als gebundene Ausgabe an Gemeinderat und Bevölkerung vorbei beschliessen, heisst es weiter. Die FDP hofft nun, dass der Bezirksrat den Stadtrat zurückpfeift.
Die FDP hält den Eingriff für unnötig, das Kino sei gut gelaufen und habe eine Ausstrahlung weit über Zürich hinaus. Für das Zurich Film Festival sei es «unverzichtbar», wie dessen Leiter Christian Jungen der NZZ sagte.
«Kulturpolitischer Offenbarungseid»
Die Stadt Zürich sieht die Umwandlung in ein «Eventhaus» als Wiederbelebung der kulturellen Tradition. Das Corso war einst ein Theater und eine zentrale Unterhaltungsstätte. Die FDP betont hingegen die Tradition als Kino. Die Stadt habe die Liegenschaft 1948 als Kino erworben. Seither sei es auch so genutzt worden.
Der Stadtrat habe auch bis vor kurzem noch davon gesprochen, das Haus weiterhin als Kino zu nutzen. Dafür sei 2023 der Projektierungskredit für die Instandsetzung um 6 Millionen Franken erhöht worden. Der Entscheid sei ein «kulturpolitischer Offenbarungseid».
Wie die Stadt vergangene Woche mitteilte, löste sie zusammen mit der Kinobetreiberin «Blue Entertainment AG» den Mietvertrag für das «Corso» auf. Filme werden vermutlich nur noch bis 2029 gezeigt.